Wachsender Druck auf Chirac wegen angeblicher Lösegeldzahlungen

8. Jänner 2002, 15:58
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Präsident in Libanon-Iran-Geiselaffäre durch ehemaligen Elysee-Sicherheitschef belastet

Paris - Der französische Staatspräsident Jacques Chirac ist in der Affäre um angebliche Lösegeldzahlungen zur Befreiung französischer Geiseln im Libanon 1988 weiter unter Druck geraten. Es sei "verstecktes Lösegeld" an den Iran gezahlt worden, enthüllte der ehemalige Elysee-Sicherheitschef Christian Prouteau am Dienstag in der Tageszeitung "Le Parisien". Der damalige Premierminister Chirac habe Verhandlungen mit dem Iran über die Befreiung der fünf von libanesischen Milizen festgehaltenen Geiseln zugestimmt. Chirac hat dies bisher stets bestritten.

Die damalige französische Regierung hat nach Darstellung von Prouteau die Freilassung der Geiseln erreicht, indem sie mit dem Iran Gespräche über eine Entschädigung für dessen Investitionen in Höhe von 1,12 Milliarden Euro in das Eurodif-Konsortium geführt habe. Die Zusammenarbeit zwischen dem europäischen Konsortium zur Anreicherung von Uran und dem Iran war nach der islamischen Revolution in Teheran 1979 eingestellt worden.

"Die Regierung von Jacques Chirac stimmte zu, mit dem Iran zu verhandeln, um die Geiseln freizubekommen", sagte Prouteau. Der damalige Staatspräsident "Francois Mitterrand hat von mir davon gehört, und bis zu diesem Tag hatte jeder jegliche Form von Ausgleichszahlung geleugnet." Er wisse nichts über die Höhe der Summe, die im Rahmen der Entschädigung zusätzlich als Lösegeld gezahlt worden sei, aber es sei "eine sehr, sehr große Summe" gewesen. (APA/Reuters)

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