Soldaten sammeln Tausende Waffen in Bosnien-Herzegowina ein

8. Jänner 2002, 15:00
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UNO-Beauftragter entlässt neun Polizisten

Sarajewo - Die NATO-geführte Friedenstruppe SFOR hat in Bosnien-Herzegowina auch sechs Jahre nach dem Ende des Krieges Tausende Waffen aus dem Verkehr gezogen. "Im Jahr 2001 wurden mehr als 3859 Handfeuerwaffen und 1 027 304 Schuss Munition gesammelt", sagte SFOR-Sprecher Mike Odom am Dienstag in Sarajevo. Zudem stellten Soldaten etwa 15 000 Handgranaten, 13 500 Mörsergranaten und 3,6 Tonnen Sprengstoff sicher. Die SFOR und lokale Behörden wollen ihr Projekt "Ernte" zum Einsammeln des Kriegsgeräts in diesem Jahr fortsetzen.

Die UNO-Mission in Bosnien hat unterdessen neun einheimische Polizisten wegen schweren Fehlverhaltens aus dem Dienst entlassen. Der Chef der von den Vereinten Nationen geführten internationalen Polizei (IPTF), Vincent Coeurderoy, habe den Beamten nach einer eingehenden Untersuchung ihre Amtsbefugnis entzogen, sagte UNO- Sprecher Stefo Lehmann am Dienstag in Sarajewo. Die Polizisten - fünf Kroaten, zwei Serben und zwei Moslems - seien für die Polizeiarbeit ungeeignet, meinte der Sprecher.

In den vergangenen zwei Jahren seien insgesamt mehr als 100 Polizisten auf Anweisung der UNO-Polizei wegen Fehlverhaltens oder krimineller Machenschaften aus dem Dienst entlassen worden. In Bosnien-Herzegowina gibt es etwa 40 000 Polizisten, die in den beiden Teilgebieten - bosnische Serbenrepublik und moslemisch-kroatische Föderation - arbeiten. Unabhängig von Disziplinarmaßnahmen sehen internationale Pläne vor, die im Vergleich zu anderen Staaten hohe Zahl der Polizisten zu halbieren. (APA/dpa)

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