CSU will Stoiber nun offiziell als Kanzlerkandidaten durchsetzen

8. Jänner 2002, 15:17
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Auch CDU soll zustimmen - Stoiber will "faire und partnerschaftliche" Lösung

Kreuth - Im Machtkampf der deutschen Union um ihren Kanzler-Kandidaten für die Bundestags-Wahl hat die CSU am Dienstag ihre Schwesterpartei CDU offiziell gebeten, Bayerns Ministerpräsidenten und CSU-Chef Edmund Stoiber auf den Schild zu heben. Zwischen Stoiber und CDU-Parteichefin Angela Merkel war am Wochenende ein offener Machtkampf um die Position des Herausforderers von Bundeskanzler Gerhard Schröder entbrannt. Beide hatten aber aber ihr Interesse an einer einvernehmlichen Lösung bekräftigt.

Die CSU werbe um die Zustimmung der Schwesterpartei, Stoiber als Kanzlerkandidat beider Parteien zu präsentierten, sagte CSU-Landesgruppenchef Michael Glos am Dienstag bei der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten in Wildbad Kreuth. Glos betonte, für Merkel wäre nach einem Wahlsieg Stoibers "sicher ein Platz in der allerersten Reihe frei". Er wolle die CDU-Parteichefin nicht abqualifizieren. Aber Stoiber führe schon lange und erfolgreich ein Bundesland, sei versiert in allen Feldern der Politik und genieße hohes Ansehen.

Stoiber ist bereit

Stoiber selbst hat vor der CSU-Landesgruppe nach Angaben von Teilnehmern nochmals seine Bereitschaft bekräftigt, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten. Er stelle sich seiner Verantwortung, dränge sich aber nicht auf, sagte Stoiber am Dienstag laut dpa bei der CSU-Klausur. Der Parteichef habe erneut deutlich gemacht, dass für eine erfolgreiche Kandidatur die Geschlossenheit der gesamten Union nötig sei, hieß es aus dem Gremium. Deshalb komme es Stoiber darauf an, die Frage "fair und partnerschaftlich" zu lösen. "Alles Andere wäre sicherlich nicht der optimale Einstieg in eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit Rot-Grün" (APA/dpa)

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