Sudan: Rebellenführer wollen ihre Streitkräfte vereinigen

7. Jänner 2002, 20:24
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Konferenz soll über künftige Führung entscheiden

Nairobi - Die seit über zehn Jahren zerstrittenen zwei Führer der südsudanesischen Rebellenbewegung, John Garang und Riek Machar, wollen ihre Streitkräfte zusammenlegen. Das erklärten beide am Montag in Nairobi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Ein entsprechendes Abkommen über die Vereinigung der Befreiungsarmee des Sudanesischen Volkes (SPLA) von Garang mit der Demokratischen Front des sudanesischen Volkes unter Führung von Machar sei unterzeichnet worden, berichtete die britische Rundfunkgesellschaft BBC. Über die künftige Führung der SPLA - um die Garang und Machar vor ihrer Entzweiung erbittert gekämpft hatten - soll im Laufe des Jahres auf einer nationalen Konferenz entschieden werden.

Der seit 1983 dauernde Bürgerkrieg im Sudan ist einer der längsten Konflikte in der Welt. Die Rebellen waren bis 1991 vereint, doch dann hatte Machar seine eigene Gruppe gebildet. Zuweilen hatte er auch mit der Regierung in Khartum paktiert oder die ethnischen Dinka bekämpft, die das Rückgrat der SPLA bilden. Die christlich-animistische Bevölkerung im Südsudan bekämpft in dem Bürgerkrieg die islamisch- fundamentalistische Zentralregierung. In dem Krieg kamen bisher etwa zwei Millionen Menschen ums Leben. Die meisten Opfer starben im Süden des Landes, wo die Bevölkerung zusätzlich unter zahlreichen Dürrekatastrophen leidet. Hauptforderung der SPLA ist Autonomie für den Süden des Landes sowie die Trennung von Religion und Staat. (APA/dpa)

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