Salzburg: Weißseebahn steht still

7. Jänner 2002, 19:48
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Schulden verhindern Sanierung

Salzburg - Die Zukunft des Alpincenters Rudolfshütte des Österreichischen Alpenvereines (ÖAV) bleibt ungewiss. Wie berichtet, droht dem alpinen Ausbildungszentrum, das auch eine Wetterstation, Einrichtungen der Sportmedizin und der Gletscherforschung beherbergt, die Schließung, weil die defizitäre Weißsee-Gletscherbahn ihren Betrieb eingestellt hat. Die Gondelbahn führt vom Oberpinzgauer Stubachtal in die Gletscherregion und war Material- und Gästetransportmittel in einem.

Jetzt verlangt der Raiffeisenverband Salzburg als Hauptgläubiger 1,3 Millionen Euro (18 Millionen Schilling) zurück. Damit sind zur Weiterführung der Bahn insgesamt rund 2,2 Millionen Euro nötig. Ein allfälliger Interessent könne nicht erwarten, die Anlage "zum Nulltarif" zu erhalten, so Raika-Generaldirektor Manfred Holztrattner. Das Geldinstitut hat seine Darlehen mit einem Eigentumsvorbehalt auf die Liegenschaften besichert. Dabei hatte man im Herbst noch die Rettung von Bahn und Alpinzentrum gefeiert. Das Land Salzburg, die Gemeinde Uttendorf, deren Tourismusverband sowie ÖBB und ÖAV einigten sich auf die Abdeckung des Abganges und die Weiterführung der für den wirtschaftlich ohnehin nicht begünstigten Oberpinzgau wichtigen Gletscherbahn. Einziger Schönheitsfehler: Der Hauptgläubiger Raiffeisen war in diese Verhandlungen nicht eingebunden. (neu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.1.2002)

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