Aufräumarbeiten in New York kommen schnell voran

7. Jänner 2002, 16:30
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Terroraktionen "kosteten" 500.000 Dollar

New York - Die Aufräumarbeiten am zerstörten World Trade Center kommen weitaus besser voran als erwartet und setzen die Stadt und den US-Staat New York unter Druck, kurzfristig Pläne für den Wiederaufbau vorzulegen. Nach einem Bericht der "New York Times" vom Montag dürften die Trümmer der beiden Zwillingstürme und benachbarter Gebäude bereits bis Juni völlig abgetragen sein - rund 15 Monate früher als ursprünglich kalkuliert.

Damit könnte noch in diesem Jahr mit dem Bau eines ersten neuen Büroturms auf dem Trümmergelände begonnen werden, voraussichtlich dem Nachfolger von "World Trade Center 7". Diese Adresse gehörte vor dem 11. September zu einem 47-stöckigen Turm, in dem die Investmentfirma Salomon Smith Barney ihre Büroräume und der New Yorker Bürgermeister seine Katastrophenzentrale hatte.

Die Stadt glaubt inzwischen auch, die Verkehrsanbindung des von dem Terrorangriff angeschlagenen Finanzzentrums im Süden Manhattans früher als anfänglich gedacht wieder herstellen zu können. Die eingestürzten U-Bahntunnel dürften demnach bereits im November und die ebenfalls betroffene PATH-Bahnlinie für Pendler aus New Jersey bis Ende 2003 wieder ausgebaut sein.

"Je schneller es voran geht, desto positiver ist es für Downtown", erklärte der Immobilienanalytiker David Shulman der Zeitung. "Zeit ist der große Feind für das (Katastrophen-)Gebiet. Wenn die Entwicklung verzögert wird, könnten wir das Finanzzentrum in seiner bisherigen Form verlieren".

Fest steht, dass voraussichtlich schon am Jahresende ein Memorial Park mit Bäumen, Bänken und Blumenbeeten zum Gedenken an die knapp 3000 Opfer der Terroranschläge einladen soll. Über die weitere Verwendung der Fläche sollen mehrere Komitees beraten und nach Möglichkeit in einem Vierteljahr mit einem Konzept aufwarten. Den Komitees werden Bauunternehmer, Banker sowie Anwohner des zerstörten WTC und die Hinterbliebenen der noch immer gut 2200 Vermissten angehören.

Die US-Untersuchungen über die Finanzierung der Terroranschläge vom 11. September machen Fortschritte. Nach Angaben der "Washington Post" vom Montag wissen die Behörden inzwischen, wie ein Großteil der Gelder für die rund 500 000 Dollar teure "Operation" in die Hände der Flugzeugentführer gelangte.

Der Zufluss von 325.000 Dollar aus mutmaßlichen Terrorquellen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und einigen anderen Ländern habe durch Kreditkarten- und Geldautomatenquittungen sowie durch andere Transaktionsbelege nachgewiesen werden können. Der Restbetrag sei den Entführern wahrscheinlich in Form von Bargeld übermittelt worden. Der Zeitung zufolge verlagern sich nun die US-Ermittlungen verstärkt darauf, herauszufinden, woher genau die Gelder für die Terrorattacken kamen und wer insgesamt die Terrororganisation El Kaida finanziell unterstützt hat. (APA/dpa)

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