Großbritannien forciert Online-Wahlen

7. Jänner 2002, 14:50
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Internet soll demokratischen Prozess stärken - Erste Versuche noch im Frühjahr

Nach den Plänen von Robin Cook, Vorsitzender des britischen Unterhauses, wird Großbritannien als erster Staat der Welt Wahlen über das Internet abwickeln. Wie Cook in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Guardian mitteilte, soll die Möglichkeit für Online-Wahlen vor allem die unter 40-Jährigen wieder in den demokratischen Prozess integrieren. Die ersten Versuche von Online-Wahlen auf lokaler Ebene sind bereits für dieses Frühjahr geplant.

"Eine große Herausforderung"

Selbst für die nächsten Parlamentswahlen könnte nach Vorstellungen Cooks bereits die Möglichkeit zum Online-Wählen bestehen. Allerdings bezeichnet der Unterhausvorsitzende selbst das als "tough call", eine große Herausforderung.

Niedriger Wahlbeteiligung entgegenwirken

Die Initiative kommt, nachdem in Großbritannien im vergangenen Jahr die Wahlbeteiligung auf 59 Prozent gefallen ist. Das ist der niedrigsten Wert seit Einführung des allgemeinen Wahlrechts. Nach Ansicht Cooks hängt diese geringe Wahlbeteilung auch mit dem mangelnden Kontakt zwischen Abgeordneten und Wahlvolk zusammen. Deswegen plant Cook auch das Internet für ein tägliches Feedback über Parlamentsbeschlüsse zu benutzen.(pte)

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