Alle Schüler in Frankreich mussten am Montag Victor Hugo lesen

8. Jänner 2002, 12:11
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Gedenkfeiern zum 200. Geburtstag des Dichters

Paris - Mit der Lektüre von Victor-Hugo-Texten in allen Schulklassen haben in Frankreich am Montag die Gedenkfeiern zum 200. Geburtstag des Schriftstellers begonnen. Erziehungsminister Jack Lang las Pariser Gymnasiasten am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien einen Auszug aus dem Gedichtband "Chatiments" vor.

Landesweit erinnern Ausstellungen, Kolloquien und Theateraufführungen in diesem Jahr an den weltbekannten Autor der Romane "Notre Dame de Paris" (Der Glöckner von Notre Dame) und "Les miserables" (Die Elenden), der am 26. Februar 1802 in Besancon geboren wurde.

Hugo: vom Royalisten zum Demokraten

Lang würdigte am Montag vor Schülern des Lycee d'Alembert das "Monument" Hugo, der sich vom Royalisten zum Demokraten wandelte und als einer der Wegbereiter der französischen Republik gilt. An seinem Staatsbegräbnis im Pariser Pantheon 1885 nahmen hunderttausende Menschen teil. Der Schriftsteller engagierte sich auch politisch und saß jahrelang im Senat, der am Geburtstag Hugos gemeinsam mit dem Pariser Odeon-Theater seines berühmten Mitglieds gedenken will.

In der Bibliotheque de France wird am 19. März die Ausstellung "Victor Hugo: L'homme ocean" eröffnet. Eine Konferenz mit Exjustizminister Robert Badinter am 14. März erinnert an das Engagement des Schriftstellers gegen die Todesstrafe. In der Comedie Francaise wird noch bis zum Mai eine Neuinszenierung von "Ruy Blas" gegeben. (APA/AP)

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