Indien schließt Dialog mit Pakistan vorerst weiter aus

7. Jänner 2002, 13:59
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Stärkere Kooperation zwischen Neu-Delhi und Washington

Neu-Delhi - Indien lehnt einen Dialog mit Pakistan vorerst weiter ab. Der indische Außenminister Jaswant Singh sagte am Montag nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in Neu-Delhi, die Führung in Islamabad habe ihre Haltung zum Terrorismus nicht geändert. Erst wenn Pakistan seine Haltung ändere, kämen Gespräche in Frage. Indien wirft Pakistan vor, extremistische Moslemgruppen zu unterstützen, die einen Untergrundkrieg im indischen Teil Kaschmirs führen und für den Terroranschlag auf das indische Parlament am 13. Dezember verantwortlich sein sollen. ****

In Kaschmir intensivierten sich unterdessen die Gefechte zwischen den Grenztruppen beider Seiten. An der Demarkationslinie beschossen sich beide Seiten mit schwerer Artillerie, wie ein indischer Militärsprecher mitteilte. Bei einem Gefecht in der Nähe der Grenze wurden auf indischer Seite nach Polizeiangaben acht mutmaßliche islamische Extremisten getötet.

In einer Rede auf dem Südasien-Gipfel der sieben SAARC-Staaten in Nepal hatte General Musharraf am Wochenende erklärt, es müsse unterschieden werden zwischen "legitimem Widerstand und Freiheitskampf auf der einen Seite und Akten des Terrorismus auf der anderen". Indien macht dem pakistanischen Geheimdienst ISI und in Pakistan ansässige militante Organisationen auch für die Anschläge auf das indische Parlament Mitte Dezember verantwortlich.

Nach seinen Gesprächen mit dem indischen Premierminister Atal Behari Vajpayee telefonierte Blair am Sonntagabend mit US-Präsident George W. Bush. Nach Angaben eines Sprechers Blairs bekräftigten beide ihren Wunsch nach einem Dialog zwischen Indien und Pakistan.

Indien und die USA wollen offenbar künftig bei der Terrorismusbekämpfung enger zusammenarbeiten und militärische Geheimdienstinformationen austauschen. Wie am Montag in Neu-Delhi aus Regierungskreisen verlautete, wurde eine entsprechende Übereinkunft vergangenen Monat beim Besuch des amerikanischen Verteidigungsstaatssekretärs Douglas Feith in Indien erzielt. Die Zeitung "Hindustan Times" berichtete, das Abkommen solle beim bevorstehenden Besuch des indischen Verteidigungsministers George Fernandes in Washington unterzeichnet werden. Nach Informationen der Zeitung fällt unter das Abkommen zum Informationsaustausch auch eine Datenbank Indiens über Pakistan und China. (APA/AP/Reuters)

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