Schlögl plädiert erneut für Öffnung der SPÖ zur FPÖ

5. Jänner 2002, 15:14
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Ex-Innenminister kokettiert mit Rot-Blau - Wiens Häupl winkt ab

Wien - Der ehemalige Innenminister Karl Schlögl (S), Bürgermeister in Purkersdorf und nunmehr Geschäftsführer in einer Versicherungsmaklerfirma, hat erneut für eine Öffnung der SPÖ in Richtung FPÖ plädiert. In der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format" wird Schlögl zitiert: "Es wäre schön, wenn man nun in der SPÖ über eine rot-blaue Zusammenarbeit anders denkt. Die Sozialdemokratie kann nur wieder in die Regierung kommen, wenn sie sich Optionen offen lässt".

Auch eine Koalition mit den FPÖ-Mitgliedern der gegenwärtigen Regierung ist für Schlögl denkbar. "In der derzeitigen Regierungsmannschaft gibt es eine Reihe ehrenwerter Leute. Mit Herbert Scheibner und Susanne Riess-Passer würde man ohne Zweifel sehr gut zusammenarbeiten können", betont Schlögl. Lob spendet er auch dem Zweiten Nationalratspräsidenten, Thomas Prinzhorn (F).

Auf die Frage, ob von einer "FPÖ nach Haider" ausgegangen werden könne, antwortet Schlögl: "Zu glauben, die FPÖ hätte ohne Haider dieselbe Stärke, ist eine Illusion. Er wird immer eine Größe in der freiheitlichen Partei bleiben."

VSStÖ: Schlögl in der falschen Partei

Ex-Innenminister Karl Schlögl sei in der falschen Partei - so reagierte der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) auf den Vorstoß des Purkersdorfer SP-Bürgermeisters, die SPÖ möge sich in Richtung FPÖ öffnen. VSStÖ-Bundesvorsitzende Eva Schiessl findet Schlögls Lob für Mitglieder der FPÖ-Regierungsmannschaft "völlig unverständlich". Schlögl diskreditiere mit seinen Äußerungen die SPÖ, mehr aber noch sich selbst, betonte Schiessl gegenüber der APA.

Der VSStÖ frage sich, wo Schlögl die zwei Jahre der FPÖ-Regierungsbeteiligung verbracht habe: "Spitzelaffäre, völlige Planlosigkeit der Regierung, Gewerkschaftsfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Untergrabung des Rechtsstaats etc. liefern genug Gründe, die FPÖ und ihre Politik abzulehnen, statt mit ihr koalieren zu wollen", ergänzte die VSStÖ-Chefin.

Häupl winkt ab

Der Wiener SP-Chef Michael Häupl hingegen schließt im "Format" eine Koalition mit der jetzigen FPÖ aus. Häupl: "Die FPÖ müsste eine wirklich liberale Partei wie die deutsche FDP werden. Tritt das ein, wäre die SPÖ sicherlich auch offen für eine Koalition mit der FPÖ." Häupl weiters: "Eine liberale Partei ist mit Jörg Haider sowieso inkompatibel."(APA)

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