Zentralen von Belgrader Pleitebanken besetzt

4. Jänner 2002, 19:22
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Alternative Lösung zu Konkursverfahren gefordert

Belgrad - Mehrere hundert Angestellte zweier, vom Konkurs bedrohter serbischer Großbanken, der Investbanka und der Beobanka, halten seit Donnerstagabend die Bankzentralen in Belgrad besetzt. Vertreter der Bankangestellten forderten bei einem Treffen mit dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica und dem föderalen Finanzminister Jovan Rankovic eine alternative Lösung zu den Konkursverfahren.

Einstellung ausgeschlossen

Der jugoslawische Notenbankpräsident Mladjan Dinkic hat inzwischen eine Einstellung der Konkursverfahren jedoch völlig ausgeschlossen. Die Agentur für Banksanierung hatte am Donnerstag der Notenbank die Einleitung von Konkursverfahren gegen die vier größten serbischen Banken vorgeschlagen. Denn eine Sanierung der konkursreifen Institute würde die Staatskassen mit über acht Mrd. Mark (4,09 Mrd. Euro/56,3 Mrd. S) belasten.

Die Konkursverfahren gegen die vier Banken mit insgesamt über 8.000 Beschäftigten drohen zudem eine neue Krise in der serbischen Regierungskoalition auszulösen. Finanzminister Rankovic, ein Spitzenfunktionär von Kostunicas Demokratischen Partei Serbiens, hatte sich bereits für eine grundlegende Analyse der Finanzlage der betroffenen Banken ausgesprochen. Dinkic konterte mit der Behauptung, dass die Notenbank ein Jahr lang die Geschäfte der konkursreifen Banken analysiert habe, weshalb erneute Expertenanalysen unnötig seien. (APA)

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