Bankomatenfirma entschuldigt sich für Pannen

6. Jänner 2002, 19:51
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Der Euroeffekt: Weiterhin um ein Drittel mehr bargeldlose Transaktionen als an "Normaltagen"

Wien/Flachau - Ausgerechnet. In der Heimatgemeinde Hermann Maiers, des derzeit rekonvaleszenten Skihelden, waren in der Nacht von Donnerstag auf Freitag frierende Karawanen euroloser Bürger und Touristen auf der Suche nach funktionierenden Bankomaten unterwegs. Das berichtete ein dort urlaubender Austria-Presse-Agentur-Journalist. Am Donnerstagnachmittag hätten die Bankomaten des Ortes kurzzeitig funktioniert - "Warteschlangen wie ehemals in Russland", schreibt der Berichterstatter. Am Abend sei es wieder zu Ausfällen gekommen: "Jugendliche fluchten, weil sie nichts an Barem für die Disco beheben hatten können."

Entschuldigung

Europay Austria, die Betreiberfirma der Bankomaten, lancierte angesichts der Pannen schließlich am Freitag eine Entschuldigung: "Ich habe jedes Verständnis für die Verärgerung all jener Österreicher und all jener Touristen, die aufgrund des Fehlers im Zentralrechner kein Eurobargeld beziehen konnten", so Geschäftsführer Ewald Judt. "Das Unternehmen hat sich mit allen Kräften bemüht, die Probleme ehestens zu beheben und eine Lösung zu finden, die nach menschlichem Ermessen eine Wiederholung des Fehlers ausschließt."

Am Mittwoch, dem ersten Arbeitstag des Eurozeitalters, streikten die Bankomaten von 14.50 bis 15.55 Uhr, da sich die Software in eine Endlosschleife manövriert hatte. Der Fehler ist laut Europay in der Nacht auf Donnerstag behoben worden, Software-Updates führten tags darauf wieder zu kurzen Ausfällen.

360.000 Transaktionen

Trotz der Probleme gab es am Donnerstag rund 360.000 Bankomattransaktionen und 45.000 "Fremdbezüge" an Bankfoyerautomaten (mit Karten anderer Institute), die Europay ebenso verwaltet, bei denen mehr als 60 Mio. EURO (826 Mio. S) behoben wurden, sowie rund 340.000 Zahlungen an den Bankomatkassen. Am Freitag wie auch in den Vortagen waren es um rund ein Drittel mehr als an vergleichbaren Tagen des Vorjahres. Europay-Boss Judt erwartet, dass dies den Jänner über so bleiben werde. Freitag wurde vereinzelt über Ausfälle berichtet. Judt: "Einzelne Ausfälle, etwa weil ein Bankomat leer ist, gibt es immer. Das Programm im Zentralrechner läuft jedenfalls. Sonst würde ich mich am Wochenende nicht raustrauen." (APA, szem, DER STANDARD, Printausgabe 5.1.2001)

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