Südasien-Gipfel wegen indisch- pakistanischer Spannungen verschoben

4. Jänner 2002, 17:08
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Pakistan setzt auf Deeskalation - Indien winkt ab

Peking/Kathmandu - Die Eröffnung des Südasien-Gipfeltreffens in Nepal ist auf Samstag verschoben worden. Das wurde am Freitag in der Hauptstadt Kathmandu bekannt. Als Begründung wurde angegeben, der pakistanische Staatschef General Pervez Musharraf sei noch nicht eingetroffen. Musharraf war über China gereist, weil Indien wegen der jüngsten Spannungen Pakistan die Überflugsrechte gestrichen hatte.

Pakistan bereit zum Dialog ...

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat seine Bereitschaft zum Dialog mit Indien erneut bekräftigt. Pakistan hoffe auf Frieden, sei gegen den Krieg und wünsche die derzeitigen Spannungen abzubauen, sagte Musharraf in Peking. Dort war er vor Beginn des Südasien-Gipfels in Nepal mit dem chinesischen Regierungschef Zhu Rongji zusammengetroffen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag berichtete.

Musharraf betonte, seine Regierung habe die "nötigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus und zur Eindämmung des Extremismus" getroffen und werde sie auch weiterhin treffen. Die Regierung genieße dabei die "breite Unterstützung der pakistanischen Bevölkerung". Musharraf reist über China nach Nepal, da Indien den Luftraum für pakistanische Flugzeuge gesperrt hat.

Zhu sagte, es sei das "fundamentale Interesse" Pakistans wie Indiens, dass beide Länder ein "Maximum an Zurückhaltung" übten und Frieden und Stabilität in Südasien wahrten. China gilt als traditioneller Verbündeter Pakistans. Peking hat sich bisher aus dem Konflikt zwischen den beiden Erbfeinden herausgehalten.

... Indien winkt ab

Zu Beginn des Südasien-Gipfels in Nepal hat der indische Premierminister Atal Behari Vajpayee erneut keinerlei Bereitschaft gezeigt, mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf zu sprechen. Der Gipfel solle sich Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit konzentrieren und dürfe sich nicht von der Politik vereinnahmen lassen, sagte er der nepalesischen Zeitung "The Himalayan Times" vom Freitag. Musharraf hatte dagegen kurz vor Beginn des Gipfels noch einmal seinen Willen zum Dialog bekräftigt. Pakistan hoffe auf Frieden, sei gegen den Krieg und wünsche die derzeitigen Spannungen abzubauen, sagte Musharraf bei einem Besuch in Peking.

Der Südasien-Gipfel war wegen der Spannungen zwischen den beiden Mitgliedern Indien und Pakistan bereits um mehr als zwei Jahre verschoben worden. Vajpayee sagte der "Himalayan Times", einige Länder unterstützten und schützten "terroristische Organisationen". Direkt nannte er Pakistan nicht. (APA)

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