Modell-Betrieb soll mit erneuerbaren Energieträgern arbeiten

3. Jänner 2002, 11:19
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Senkung der Kohlendioxid-Emissionen der Joh. Pengg AG

Wien/Thörl - Um den Faktor Zwei wollen Wissenschafter von Joanneum Research die Energieeffizienz im Betrieb des steirischen Drahtherstellers Joh. Pengg AG steigern. Die Planungen des im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" vom Infrastrukturministerium (BMVIT) unterstützten Projekts laufen bereits. Projektleiterin Henrike Bayer ist zuversichtlich, mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen große Wirkung zu erzielen. Letztendlich ist das Ziel, den Betrieb zu 100 Prozent auf erneuerbare Energieträger umzustellen.

Eine relativ einfache Maßnahmen, die Bayer zur Steigerung der Energieeffizienz ausgelotet hat, ist etwa die Abdeckung der teilweise heißen Tauchbäder. Dadurch bleibt die Wärme in den Bädern, es verdunstet auch weniger Wasser und gelangt so nicht in die Umwelt. Weiters soll die Abluft über Wärmetauscher geführt und so Energie zurückgewonnen werden. Nicht zuletzt ist geplant, eine innovative, sogenannte Resorptionswärmepumpe mit besonders hohem Wirkungsgrad zu errichten.

Anlage zur Biomassefeuerung

Eine schon vor geraumer Zeit durch Gasfeuerung ersetzte Anlage zur Biomassefeuerung soll wieder in Betrieb gehen. Die Anlage war früher nur zur Verheizung von Rinde angelegt, nun soll sie auf Multibrennstoffnutzung umgestellt werden. So könnten auch Hackschnitzel oder Pellets verheizt werden. Gemeinsam mit der Nutzung von Strom aus Wasserkraft, ist Bayer zuversichtlich, dass der Betrieb durch diese Maßnahmen auf fossile Energieträger völlig verzichten kann.

Letztendlich leistet das in Thörl beheimatete Unternehmen einen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen. Mit dem Beitrag zum Klimabündnis hat sich die Gemeinde verpflichtet, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2010 um 50 Prozent zu senken.

Die Programmlinie "Fabrik der Zukunft" läuft im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften". 2001 und 2002 stehen für Projekte, die den Weg zur "Fabrik der Zukunft" ebnen sollen, jeweils 35 Mill. Schilling (2,54 Mill. Euro) zur Verfügung. In der ersten Ausschreibungsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt, 2002 sollen zwei weitere Ausschreibungen erfolgen. (APA)

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