"MAD" analysiert Programmabstürze

3. Jänner 2002, 10:59
posten

Die NASA zeigt Interesse an östereichischem Softwaretool

Kaputt oder intakt? - Diese Frage lässt sich bei Computern, Betriebssystemen und Programmen nicht immer eindeutig beantworten. Besonders Fehler, die trotz immer gleichen Programmablaufs nur hin und wieder auftreten, können Amateure wie Profis an den Rand des Wahnsinns treiben. Nun nimmt sich eine neue Software der Abteilung für Grafische und Parallele Datenverarbeitung (GUP) der Universität Linz dieses Problems an.

Monitoring And Debugging Environment

Monitoring And Debugging Environment (MAD) - so der Name der Software - stellt generell so genannten Bugs in Programmen nach. Besonderen Wert haben die Entwickler darauf gelegt, dass auch Fehler in Zusammenhang mit Nichtdeterminismus aufgespürt werden. Bei diesen Fehlern führt ein Programm nach dem Zufallsprinzip unvorhersehbare Operationen durch, wobei es bei wiederholter Programmausführung trotz gleicher Eingaben zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann.

Debugging besonders schwierig

Wie die Wissenschafter betonen, stellt diese Eigenschaft an sich keinen Fehler dar, sondern ist oft sogar erwünscht. In manchen Fällen werden aber kritische Fehler durch den Nichtdeterminismus gleichsam verdeckt. Die Fehlersuche - in der Fachsprache Debugging genannt - ist in solchen Fällen besonders schwierig, da das Verhalten eben nicht vorhersehbar ist, beobachtete Fehler können oft nicht reproduziert werden.

Problematische "Stellen" werden aufgezeichnet

In einem ersten Schritt überwacht MAD laufende Programme und zeichnet im Hintergrund jene Stellen auf, die im Programmablauf als problematisch erkannt werden. Durch dieses aufgezeichnete Protokoll sei es dann möglich, kritische Prozesse unter den genau exakten Bedingungen zu wiederholen, erklärten die Forscher. Weiters erlaube es MAD, Prozesse zu verändern und Programme zu veranlassen, statt der ursprünglichen möglicherweise kritischen Operation X die Operation Y auszuführen.

Dadurch werde es möglich, dass an sich nichtdeterminierbare Prozesse für die Benutzer von MAD kontrollierbar werden. Fehler im Zusammenhang mit Nichtdeterminismus sind für normale Computernutzer lästig genug, etwa in der Luftfahrt können sie aber zu Katastrophen führen. Laut Uni Linz hat die US-Raumfahrtbehörde NASA bereits Interesse an der Linzer Software angemeldet.(apa)

Share if you care.