Musharraf lehnt Auslieferung mutmaßlicher Terroristen an Indien ab

3. Jänner 2002, 11:20
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Vajpayee nach neuerlichem Anschlag: Krieg "nicht notwendig"

Islamabad - Der pakistanische Staatschef General Pervez Musharraf hat die Auslieferung mutmaßlicher Terroristen an Indien abgelehnt. Die Regierung in Islamabad werde die Vorwürfe aus Neu-Delhi prüfen und die Beschuldigten nach Landesrecht zur Rechenschaft ziehen, sagte der Militärmachthaber der offiziellen Nachrichtenagentur APP am Donnerstag. Auf einer gemeinsamen Sitzung des Sicherheitsrats und des Kabinetts am Mittwoch sei das Thema überhaupt nicht diskutiert worden.

Indien hatte Pakistan Anfang der Woche eine Namensliste von 20 Verdächtigen zukommen lassen, deren Auslieferung die indische Regierung verlangt. Die Extremisten sollen in den Anschlag auf das Bundesparlament in Neu-Delhi am 13. Dezember verwickelt sein, bei dem 14 Menschen starben. Musharraf hatte in den vergangenen Tagen nach Angaben der pakistanischen Behörden mehr als hundert Extremisten festnehmen lassen.

Vajpayee: Krieg nicht notwendig

Der indische Premierminister Atal Behari Vajpayee, der am Donnerstag zur Teilnahme am SAARC-Gipfel in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu gereist ist, sagte in der nordindischen Stadt Lucknow, er glaube nicht, dass ein Krieg mit Pakistan "notwendig" sei. Der jüngste Terroranschlag in Srinagar, bei dem drei Menschen umkamen, zeige allerdings, dass das Nachbarland "nicht die Absicht hat, den Terrorismus aufzugeben". Der Stopp des "grenzüberschreitenden Terrorismus" sei weiterhin Voraussetzung für Gespräche, sagte Vajpayee. (APA/dpa)

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