Indonesien stoppt Verteilung von Hilfsgütern an Osttimoresen

2. Jänner 2002, 12:13
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UNO: Noch 80.000 Flüchtlinge oder Vertriebene im Westteil der Insel

Jakarta - Die indonesischen Behörden haben die Verteilung von Hilfsgütern an Zehntausende von geflüchteten oder verschleppten Osttimoresen in Westtimor gestoppt. Dies erklärte am Mittwoch der Vizegouverneur von Westtimor, Yohannes Pake Pani. Die Maßnahme sei von Sozialminister Yusuf Kalla angeordnet worden. Nach UNO-Angaben sollen sich noch rund 80.000 Osttimoresen im indonesischen Westteil der Insel aufhalten. 180.000 seien inzwischen nach Osttimor zurückgekehrt.

Osttimor steht unter UNO-Verwaltung und wird am 20. Mai 2002 definitiv souverän, nachdem im August die ersten Parlamentswahlen stattgefunden haben. Das vormals portugiesische Territorium war 1975 von Indonesien überfallen und ein Vierteljahrhundert lang okkupiert worden.

80 Prozent der stimmberechtigten Osttimoresen hatten am 30. August 1999 in einem von der UNO organisierten Referendum für die Unabhängigkeit votiert. Von der Besatzungsarmee gesteuerte Milizen überzogen daraufhin die Inselhälfte mit einer Welle der Gewalt. Mehr als 250.000 Menschen mussten fliehen, viele wurden von der Besatzungsmacht nach Westtimor vertrieben oder verschleppt. Ein Großteil der Infrastruktur wurde zerstört. Eine multinationale Eingreiftruppe unter Führung Australiens setzte dem Morden ein Ende. (APA)

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