Paul Hubschmid
1917-2002

2. Jänner 2002, 19:21
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Der Schweizer Schauspieler starb am Neujahrstag in Berlin

Berlin - "Schönster Mann des deutschen Films": Paul Hubschmid hat sich in dieser Kategorie, die ihm seit ersten Erfolgen im deutschen Nachkriegskino verpasst wurde, nie wohlgefühlt. Schöner Mann, was nun? lautete der Titel seiner Memoiren. Und im Gespräch mit Roger Willemsen meinte er noch vor wenigen Jahren: "Ich glaube, ich habe mich zu billig verkauft in mancher Hinsicht."

1917 im schweizerischen Aarau geboren, landete der Absolvent des Reinhardt-Seminars seine größten Erfolge im deutschen Kino der 50er-Jahre. Etwa in Helmut Käutners Zürcher Verlobung, an der Seite von Liselotte Pulver (1957), etwa in Scampolo mit Romy Schneider, etwa in Maske in Blau (1953) mit Marika Rökk.

Und dass hinter der Fassade des ewigen Bonvivants durchaus Potenzial für eine internationale Karriere steckte, bewies Hubschmid etwa in Fritz Langs Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal. Aber in Hollywood wurde er - unter dem Namen Paul Christian - nicht sonderlich froh. Ausflüge ins italienische, französische und britische Kino blieben unkontinuierlich, wenn auch in Summe seine Werkliste in der Internet Movie Database beinahe 100 Titel von 1938 bis 1991 umspannt.

Also bejubelte man ihn im deutschen Sprachraum für über 2000 Musical-Vorstellungen als Professor Higgins in My Fair Lady.

Der Rest: Boulevard, mehr oder weniger freudvoll zelebriert bis in die TV-Serie Forsthaus Falkenau hinein. Am Neujahrstag ist Paul Hubschmid 84-jährig in Berlin gestorben.
(APA/dpa / cp/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 1. 2002 / red)

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