Belgien: Der Euro war für viele schon Teil des Alltags

1. Jänner 2002, 20:09
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Brüssel -"Es gibt keinen Grund, sich um die Euros zu prügeln", warnte eine Zeitung in der Schlagzeile zum Jahreswechsel ihre Leser. Die Warnung war nicht nötig.

Vermutlich waren die Bürger in keinem anderen Land so gut auf das neue Geld eingestellt wie die EU-begeisterten Belgier. Die blieben entsprechend gelassen und zogen die traditionell langen Schlemmermenüs dem Anstehen am Bankomaten in der Kälte vor.

Schon seit Oktober hatten die Banken die Konten auf Euro umgestellt. Ebenso liefen die Zapfsäulen an den Tankstellen in der gemeinsamen Währung. In vielen Geschäften wurde bereits seit Wochen in Euro zusammengerechnet und in Franc umgerechnet.

An den Geldautomaten wollten vor allem Touristen den ersten Blick auf die neuen Scheine gewinnen. In Brüssel feierten Tausende bei einem Riesenfeuerwerk eher das neue Jahr als die neue Währung. Demgegenüber gaben sich Politiker alle Mühe, mit inszenierten Euroeinkäufen und TV-Auftritten auf die Bedeutung des Euro - und von sich selbst - hinzuweisen. (STANDARD-Redakteur Thomas Mayer, Der Standard, Printausgabe, 02.01.02)

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