"Farblich gelungen, aber zu dünn"

1. Jänner 2002, 12:39
3 Postings

Auch Touristen von außerhalb der Euro-Zone schlagen in Wien bei Startpaketen zu

Wien - Mit gemischten Gefühlen nahmen am Dienstag an die 5.000 Wienerinnen und Wiener die Euro-Scheine an der mobilen Euro-Kasse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Rathausplatz in Empfang. Farblich kamen die neuen Euro-Scheine sehr gut an: "Gut! Der Euro gefällt mir", sagte etwa Ernst Teschert, ein glücklicher Euro-Besitzer der ersten Stunde. Dieser Meinung schlossen sich viele an, oft hörte man im selben Atemzug aber auch die Kritik: "Die Scheine greifen sich ein bisschen dünn an!"

Ein wenig kam auch die Sentimentalität der Wiener durch: Ein Herr Trankl und eine Frau Suck etwa ergatterten zwar als eine der ersten Wiener ein Euro-Banknotenpaket, meinten nach dem Erwerb aber: "Ein bisschen traurig sind wir schon, dass der Schilling geht!" Die beiden wollen dennoch gleich heute nachmittag ihre Melange im Kaffeehaus mit Euro bezahlen.

Euro kommt gut an

Alles in allem kam der Euro an ersten Tag seiner Gültigkeit in Wien gut an, "besonders wegen der Erleichterung beim Reisen". "Wir freuen uns, dass wir in Zukunft nicht mehr zwei Geldbörsen mit uns führen müssen, wenn wir durch Europa reisen müssen", meinte Ulrike Bartens-Janssen, der weibliche Part eines Vielreise-Ehepaars.

Nicht nur bei Menschen aus der Euro-Zone scheint die neue Gemeinschaftswährung aber auf Interesse zu stoßen. In Wien kauften sich gleich am ersten Tag etwa auch Gäste aus Kroatien und Polen ein Startpaket. Eine Frau aus Großbritannien schnappte sich gleich zwanzig Pakete und legte dafür 10.000 S, das sind 727 Euro, auf den Tisch. Kommentieren wollte sie ihren Großeinkauf allerdings nicht.(APA)

Share if you care.