Pentagon dementiert Militäraktion zur Ergreifung von Omar

1. Jänner 2002, 09:33
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Unbemanntes Flugzeug der US-Luftwaffe in Afghanistan abgestürzt

Washington - Das US-Verteidigungsministerium hat Medienberichte dementiert, wonach die Marines in Afghanistan eine Aktion zur Ergreifung des Taliban-Chefs Mullah Mohammed Omar gestartet haben. "Diese Informationen haben keine Grundlage", sagte ein Sprecher des US-Militärkommandos am Montag in Tampa in Florida. Kein Marineinfanterist habe den Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar verlassen.

Der US-Fernsehsender CNN hatte berichtet, die Marines hätten ihren Stützpunkt auf dem Flughafen von Kandahar verlassen, um Omar in dem 190 Kilometer weiter nordwestlich gelegenen Gebiet von Baghran aufzuspüren. Es gebe "glaubwürdige Hinweise" darauf, dass sich Omar dort aufhalte.

Unbemanntes Flugzeug abgestürzt

Unterdessen ist ein unbemanntes Flugzeug der US-Luftwaffe am Sonntag in Afghanistan abgestürzt. Ein Sprecher des US-Militärkommandos sagte am Montag, die Drohne sei bei der Rückkehr von einer Routinemission verloren gegangen. Es sei der erste derartige Zwischenfall seit dem Beginn der Anti-Terroroperation "Enduring Freedom" (Dauerhafte Freiheit) am 7. Oktober. Über den Absturzort des Spionageflugzeugs machte er keine Angaben.

Die USA halten nach jüngsten Angaben 180 Taliban-Kader oder mutmaßliche Mitglieder der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden gefangen. Wie ein Sprecher des US-Oberkommandos am Montag mitteilte, werden 164 von ihnen in einem Gefängnis der US-Marines auf dem Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar festgehalten, sieben auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram nördlich von Kabul und einer in Mazar-i-Sharif, der größten Stadt in Nordafghanistan. Acht weitere nicht-afghanische Gefangene werden demnach weiterhin auf dem Flugzeugträger "Peleliu" im Golf von Oman verhört, unter ihnen der 20-jährige US-Bürger und Taliban-Kämpfer John Walker Lindh sowie der Australier David Hicks.(APA)

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