Roger Federer gewann Finale in St. Anton

15. Dezember 2001, 23:05
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Hipfl musste sich im Finale der Tennis Trophy im Champions Tiebreak geschlagen geben

St. Anton - Auch bei den Herren setzte sich mit Roger Federer ein Schweizer durch, nachdem zuvor Patty Schnyder ihren Titel verteidigt hatte. Nach 1:17 Stunden siegte der Eidgenosse 2:6,7:6 (2) und 10:7 im entscheidenden Champions Tiebreak gegen den Welser Markus Hipfl. "Es war ein glücklicher Sieg, Markus hat mich ins Match zurück gelassen", gestand Federer erleichtert bei der Siegerehrung.

Hipfl mit guter Vorstellung

Dass der hohe Favorit weit mehr zu kämpfen hatte als erwartet, lag aber nicht an ihm: Federer spielte ausgezeichnetes, technisch absolut perfektes Offensiv-Tennis, doch Hipfl konterte perfekt und knallte dem Weltranglisten-13. gleich serienweise die Bälle um die Ohren. Aber auch der unglaubliche Kampfgeist des Oberösterreichers, mit dem er scheinbar schon entschiedene Ballwechsel noch umdrehte, beeindruckte das Publikum. Bei einer dieser Grätschen auf dem rauen Hartplatz verletzte sich Hipfl im zweiten Satz jedoch leicht.

Trotzdem lag er schon 6:2 und 3:1 voran, ehe Federer - angesichts der Harley, die dem Sieger winkte, besonders passend - Vollgas gab und den Ausgleich zum 3:3 schaffte. Im Tiebreak hatte der 20-Jährige dann mit 7:2 das klar bessere Ende für sich und brachte Hipfl damit den ersten Satzverlust im Turnierverlauf bei. Im Champions Tiebreak behielt der Schweizer ebenfalls die Oberhand gegen den 23-jährigen ÖTV-Daviscupper.

Chancen ausgelassen

"Ich habe meine Chancen gehabt - und sie ausgelassen. Ein Spieler wie Roger nützt so etwas aus", bilanzierte Hipfl, der aber im Hinblick auf das Daviscup-Heimspiel gegen Israel, das von 8. bis 10. Februar ebenfalls in St. Anton stattfindet, zuversichtlich ist: "Sowohl Stefan als auch ich haben hier viel Selbstvertrauen getankt. Jeder, der hierher kommt, muss uns erst einmal schlagen."

Federer will nun nach dem Gewinn der 68 PS starken Harley Davidson FXD Dyna Superglide im Wert von 17.500 Euro den Motorradführerschein machen. "Es wird mir wohl nichts anderes über bleiben", scherzte der Schweizer. "Ich werde die Harley wahrscheinlich behalten - Stefan (Koubek, Anm.) hat mir dringend dazu geraten."

Schnyder souverän

Bei den Damen gewann die Schweizer Titelverteidigerin Patty Schnyder. Die ehemalige Doppelpartnerin von Barbara Schett setzte sich mit 6:2,6:2 mühelos gegen die Slowakin Henrieta Nagyova durch und sicherte sich damit eine 50 PS starke Harley Davidson C53 Sportster Custom 883 im Wert von 10.000 Euro.

Das Finale war gewissermaßen eine Kopie des letzten WTA-Endspiels des Jahres 2001, als Schnyder in Pattaya ihrer slowakischen Gegnerin, die am Samstag ihren 23. Geburtstag feierte, beim 6:4,6:0-Triumph ebenfalls nur vier Games überlassen hatte. Nach exakt 60 Minuten beendete die Schett-Bezwingerin, die im Gegensatz zu ihrer Konkurrentin am Vortag 23 Jahre alt geworden war, das einseitige Duell mit ihrem fünften Matchball.

Die Freude über die Harley hielt sich aber in Grenzen, da Schnyder ja bereits im Vorjahr gestanden hatte, vor großen Motorrädern ein wenig Furcht zu haben. "Ich muss mir langsam überlegen, wer aus meinem Bekanntenkreis Verwendung dafür hat." (APA)

Ergebnisse der Tennis-Trophy in St. Anton:

Damen-Finale:

  • Patty Schnyder (SUI) - Henrieta Nagyova (SVK) 6:2,6:2

    Spiel um Platz 3:

  • Barbara Schett - Barbara Schwartz 7:5,3:6,10:8

    Herren-Finale:

  • Roger Federer (SUI) - Markus Hipfl (AUT) 2:6,7:6(2),10:7 (Champions Tiebreak)
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