Arafat sagt US-Gesandtem Zinni "100 Prozent" Anstrengung zu

30. November 2001, 10:17
7 Postings

Waffenruhe sei im palästinensischen Interesse und kein Zeichen der "Unterwerfung oder Kapitulation"

Jerusalem/Kairo - Der neue US-Vermittler, Staatssekretär William Burns, hat das langfristige Engagement Washingtons für den Frieden in der Region bekräftigt. Die USA seien sich ihrer Verpflichtungen im Nahen Osten durchaus bewusst, sagte Burns am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak in Kairo. Der zweite US-Gesandte, Anthony Zinni, setzte am Donnerstag seine Treffen mit israelischen Sicherheitsvertretern und palästinensischen Politikern fort.

Palästinenserchef Yassir Arafat hatte Zinni am Mittwochabend nach einem Gespräch in Ramallah "100-prozentige Bemühungen" um eine Eindämmung der Gewalt zugesagt. Am Donnerstag rief der palästinensische Geheimdienstchef Jibril Rajub die radikalen palästinensischen Fraktionen zur Einhaltung der Waffenruhe auf. Der als sehr einflussreich geltende Rajub betonte im palästinensischen Rundfunk, die Waffenruhe sei im palästinensischen Interesse und kein Zeichen der "Unterwerfung oder Kapitulation". Rajub sagte aber auch, man könne den bewaffneten Aufstand wieder aufnehmen, wenn Israel seine Verpflichtungen nicht einhalte.

Interne Spannungen

Die Spannungen zwischen dem israelischen Premier Ariel Sharon, der in den nächsten Tagen die USA besucht und mit US-Präsident George Bush zusammentreffen wird, und Außenminister Shimon Peres haben sich indes verschärft. Peres kritisierte am Mittwochabend erstmals öffentlich die Zusammensetzung der israelischen Delegation bei den Gesprächen mit den US-Emissären. "Es gibt da einen Streit zwischen dem Ministerpräsidenten und mir, ich verhehle das nicht", sagte Peres nach Angaben des israelischen Nachrichtendienstes "Y-Net".

Peres meinte, die Delegation müsse "eine breite Sicht der Vorgänge in der Region" haben und dürfe nicht nur als "technisches Team" funktionieren. Die palästinensische Delegation bestehe im Gegensatz zur israelischen aus politischen Persönlichkeiten, mit denen man ernste Verhandlungen führen könne, betonte der Friedensnobelpreisträger. (dpa, Reuters/DER STANDARD, Print- Ausgabe, 30. 11. 2001)

Share if you care.