Afghanistan-Hilfskonferenz kommende Woche in Berlin

29. November 2001, 16:55
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EU-Kommissar Nielson verwies auf unsichere Straßen

Berlin/Brüssel - Nach der Afghanistan-Konferenz in Bonn wollen in der kommenden Woche Vertreter der 15 wichtigsten Geberländer in Berlin über humanitäre Hilfe für das krisengeschüttelte Land diskutieren. Unter deutschem Vorsitz gehe es bei der Jahreskonferenz der Afghanistan Support Group am Mittwoch und Donnerstag vor allem um die Not-und Aufbauhilfe, sagte eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums am Donnerstag.

Der Support Group gehören neben Deutschland unter anderem Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und die Europäische Kommission an. Die Gruppe hatte nach eigenen Angaben bereits rund 1,5 Milliarden Mark (10,5 Mrd. Schilling/0,8 Mrd. Euro) als Soforthilfe zugesagt.

Hilfe weiter schwierig

Zu dem Treffen seien auch Vertreter der EU, der Vereinten Nationen und des Internationalen Roten Kreuzes eingeladen, hieß es.

Trotz der militärischen Erfolge gegen die Taliban gestaltet sich die humanitäre Hilfe in Afghanistan schwierig. Die Arbeit der Hilfsorganisationen werden besonders durch die weiter bestehende Unsicherheit auf den Straßen und die große Anzahl an Minen behindert, sagte der für Entwicklungshilfe zuständige EU-Kommissar Poul Nielson am Donnerstag in Brüssel. Hinzu komme, dass die Helfer oftmals nicht wüssten, wohin die Menschen geflohen seien und wann sie in ihre Häuser zurückkehrten. Kommende Woche will der EU-Kommissar selbst nach Kabul reisen, um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen.

Wegen der andauernden Unsicherheit und Instabilität stünde die internationale Gemeinschaft in den kommenden Wochen und Monaten vor enormen Herausforderungen. Besonders die Gebiete um Mazar-i-Sharif and Jalalabad seien noch zu unsicher, damit Hilfsgüter dorthin transportiert werden könnten, so Nielson. (APA/dpa/AP)

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    Poul Nielson

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