KfV will mehr Sichtbarkeit von Lastwägen und Baustellen

28. November 2001, 13:56
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Vorschläge gegen schlechten Sichtverhältnisse

Wien - Rechtzeitig sehen und frühzeitig gesehen werden ist für einen sicheren Verkehrsablauf oberstes Gebot. Gesetzlich vorgeschrieben ist, bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel oder wenn es die Witterung sonst erfordert, die Scheinwerfer einzuschalten. Eine bessere Kennzeichnung von Lkw und bauliche Maßnahmen könnten helfen, Unfälle zu vermeiden, erklärte Erwin Schrammel vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) heute, Mittwoch, auf einer Pressekonferenz.

Schlechte Sichtverhältnisse

Bei Unfällen mit Lkw in Dämmerung, Dunkelheit oder künstlicher Beleuchtung wurden im vergangenen Jahr 632 Personen verletzt und 59 getötet. Derartige Unfälle entstehen häufig dadurch, dass die Schwerfahrzeuge bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen von anderen Verkehrsteilnehmern zu spät gesehen werden, hieß es.

Hochreflektierenden Konturmarkierungen werden deutlich schneller erkannt

Univ.-Prof. Ernst Pfleger vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Unfallforschung präsentierte eine aktuelle Studie, wonach Lkw, die mit hochreflektierenden Konturmarkierungen ausgerüstet sind, deutlich früher erkannt werden als nicht markierte Fahrzeuge. Dieser Zeitgewinn von bis zu neun Sekunden bringe mehr Aktionsspielraum und führe zu einem Sicherheitsgewinn. Die Kosten der Ausstattung pro Lkw bezifferte der Experte mit rund 5.000 Schilling - "deutlich weniger als Unfallkosten".

Bessere Ausleuchtung bei Schutzwegen

Rund 35 Prozent oder 337 Unfälle mit Fußgängern passieren bei Dämmerung oder Dunkelheit, davon etwa 75 Prozent trotz vorhandener Straßenbeleuchtung. Für Fußgänger gelte daher: "Machen Sie sich sichtbar!" Deshalb forderte das KfV eine deutlich bessere Ausleuchtung bei Schutzwegen.

Lenker von einspurigen Fahrzeugen sollten im eigenen Interesse auf Sicherheit achten, erklärte Schrammel. Funktionierende Beleuchtung und helle Schutzkleidung mit reflektierenden Materialen könnten Leben retten. Batteriebetriebenes Licht am Fahrrad sei gerade in der winterlichen Jahreszeit empfehlenswert.

Fahren mit Licht am Tag

Eine weitere Verbesserung der Verkehrssicherheit sei das Fahren mit Licht am Tag, hieß es. Zum Selbstschutz schalten laut KfV auf als "gefährlich" eingestuften Strecken bereits mehr als 60 Prozent der Kfz-Lenker die Fahrzeugbeleuchtung auch bei Tageslicht ein. Österreichweit liegt die Einschaltquote bei zirka 38 Prozent.

Schnelle Information

Einen wichtigen Faktor für die Verkehrssicherheit stellt auch die rechtzeitige Information dar, erklärte "Gastgeber" Thomas Ruthner, Chef der Ö3-Verkehrsinformation. Passe die Akzeptanz auf Grund der Meldungsqualität, könne auch lenkend und damit unfallverhütend in das Verkehrsgeschehen eingegriffen werden. (APA)

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