Apple läuft wegen Microsoft-Einigung Sturm

28. November 2001, 15:02
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EU - Microsoft-Untersuchungen wahrscheinlich 2002 abgeschlossen

San Francisco - Die Hoffnungen von Microsoft auf ein baldiges Ende des Kartellrechtsstreits haben einen starken Dämpfer erlitten: Nach längerer Denkpause stellte sich nun auch die Konkurrenzfirma Apple gegen den Kompromiss, den der Konzern von Bill Gates mit rund hundert Sammelklägern ausgehandelt hatte. Diese Einigung sei keine Strafe für Microsoft, erklärte Apple-Chef Steve Jobs am Dienstag in San Francisco. Vielmehr werde es dem sowieso schon marktbeherrschenden Konkurrenzunternehmen erlaubt, sich auch noch in den Schulen auszubreiten.

Nach dem vor einer Woche ausgehandelten Deal mit den Privatklägern verzichten diese auf ein weiteres juristisches Vorgehen gegen Microsoft. Im Gegenzug muss der Konzern innerhalb von fünf Jahren Software, Trainingseinheiten und Bargeld im Wert von über einer Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro/16 Mrd. S) an US-Schulen spenden. Der Übereinkunft muss noch der mit den Sammelklagen befasste Richter zustimmen. Bei ihm brachte Apple nun seine Einwände vor.

Auch EU-Kommission wird Untersuchungsverfahren abschließen

Die Kommission prüfe derzeit die Antwort des Konzerns auf die Vorwürfe der Wettbewerbshüter, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Microsoft hatte kürzlich bekannt gegeben, nach einem Vergleich mit den US-Behörden wegen ähnlicher Ermittlungen an einer gütlichen Einigung mit der EU interessiert zu sein. Der Antrag auf eine formelle Anhörung Ende Dezember sei zurückgezogen worden.

Die europäischen Wettbewerbshüter werfen dem Software-Hersteller vor, seine marktbeherrschende Position durch die Integration der Audio- und Video-Software "Media Player" in das Betriebssystem "Windows" ausgenutzt zu haben. (APA/Reuters)

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