Solana warnte Montenegro vor Trennung von Jugoslawien

27. November 2001, 22:37
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EU-Repräsentant findet während Belgrad-Besuch deutliche Worte

Belgrad - Der hohe Vertreter der EU für die Gemeinsame Aussenpolitik und Sicherheit, Javier Solana, hat das offizielle Podgorica darauf aufmerksam gemacht, dass im Falle einer Trennung von Jugoslawien die erneute Eingliederung Montenegros in internationale Organisationen und Finanzinstitutionen nicht automatisch verlaufen würde. Montenegro würde die positiven Ergebnisse verlieren, welche die Bundesrepublik Jugoslawien in diesem Jahr mit grossen Anstrengungen erzielt habe, wurde Solana in einer Aussendung des Belgrader EU-Kommissionsbüros zitiert.

Der Prozess der Wiedereingliederung in internationale Organisationen würde die Aussichten auf internationale Hilfe, wirtschaftliche Entwicklung sowie die Integration in die EU gefährden, aber auch die Reformprozesse verlangsamen, unterstrich Solana.

Solana ist Dienstag Abend in Podgorica mit dem montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic zusammenkommen.Am Mittwoch stehen auch Gespräche mit Oppositionsführern auf dem Programm.

Solana hat sich in Belgrad für eine dringende Aufnahme von Gesprächen zwischen Belgrad und Podgorica über die Umbildung Jugoslawiens eingesetzt. Eine Einigung müsste demnach noch vor März nächsten Jahres erzielt werden, da zu jenem Zeitpunkt auch Verhandlungen Belgrads mit dem Internationalen Währungsfonds über ein neue Hilfsabkommen beginnen sollen, meinte Solana vor der Abreise nach Podgorica.

Der Spitzenfunktionär der montenegrinischen Demokratischen Partei der Sozialisten, Miodrag Vukovic, hatte zuvor wissen lassen, dass die Ergebnisse des für März oder Anfang April geplanten Referendums die Ausgangsgrundlage für die Verhandlungen des offiziellen Podgorica mit Belgrad darstellen würden. (APA)

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