Keine Rede von Entwarnung in Österreich

27. November 2001, 16:23
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Neuinfektionen pendeln sich auf hohem Niveau ein

Wien - Vor 20 Jahren, im Jahr 1981, schilderte der US-"Morbidity and Mortality Weekly Report" fünf Fälle einer ungewöhnlichen Lungenentzündung bei - bis dahin gesunden - jungen Männern aus Los Angeles. Später sollte sich herausstellen: Es war dies der erste Bericht über die Immunschwächekrankheit Aids. Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember wird auch in Wien ganz im Zeichen dieses Jahrestages stehen. Information zum Thema HIV scheint dabei wichtiger denn je. Denn die Zahl der Neuinfektionen geht in Österreich nicht zurück.

"In den vergangenen 20 Jahren ist viel passiert. Aids ist behandelbar, wenn auch nicht heilbar. Der Wissenstand über Schutzmaßnahmen ist ganz gut. Es gibt nur einen Haken, das ist die Umsetzung", berichtete die Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien, Claudia Kuderna, am Montag bei einer Pressekonferenz. Viele Menschen würden etwa trotz besseren Wissens auf "Safer Sex" verzichten. Laut Kuderna gibt es keine Risikogruppen mehr: "Es gibt nur riskantes Verhalten."

Neuinfektionen pendeln sich auf hohem Niveau ein

Der Tiefstand in Sachen Neuinfektionen ist demnach im Jahr 1997 mit 297 Personen verzeichnet worden. Dieser wird laut Aids Hilfe heuer überschritten werden. Schon im erste Halbjahr 2001 habe es 198 bestätigte Neuinfektionen (nach Angaben des Gesundheitsministeriums) gegeben. Nicht nur 1997, auch im Vergleichszeitraum 1999 (163 Neuinfektionen) waren es weniger gewesen. Hoch war die Zahl im ersten Halbjahr 2000 mit 217 Personen. Insgesamt sind im Vorjahr 428 Neuinfektionen registriert worden.

Somit habe sich die Zahl der Neuinfektionen wieder auf hohem Niveau eingependelt, hieß es von Seiten der Aids-Hilfe. Von einer Entwarnung, so wurde betont, könne jedenfalls keine Rede sein. Insgesamt sind von 1983 bis zum 31. Oktober 2001 in Österreich 2.127 Menschen an Aids erkrankt, davon sind 1.282 verstorben. Etwa 80 Prozent von ihnen waren Männer.

Welt-Aids-Tag

Rund um den Welt-Aids-Tag wird es zahlreiche Veranstaltungen in Wien geben. Für kommenden Freitag (30. November) ist ein großes Benefiz-Konzert der Aids Hilfe Wien in der Jesuitenkirche angesetzt. Das Ensemeble PolyhymniA Alte Universität Wien präsentiert unter der Leitung von Thomas Schmögner und Gottfried Lehrer in Zusammenarbeit mit der Abteilung Alte Musik des Konservatoriums Wien Werke von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel.

Und schon jetzt wurde das Geheimnis gelüftet, welches Motiv sich an diesem Tag im (ersten) Fenster des Adventkalenders am Wiener Rathaus verbirgt: Es ist ein "Red Ribbon", das Aids-Solidaritätssymbol. (APA)

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