Iberoamerika-Gipfel von Finanzfragen und Terrordebatte geprägt

25. November 2001, 13:14
posten

Kampf gegen Terrorismus zugesagt - Argentinien versichert auf Gipfel Zahlungsfähigkeit

Lima - Das XI. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs ibero-amerikanischer Länder in der peruanischen Hauptstadt Lima ist von der Diskussion über Finanzfragen und die Bekämpfung des Terrorismus geprägt worden. Die Vertreter 21 lateinamerikanischer und zweier europäischer Staaten verabschiedeten zum Abschluss des Treffens am Samstagabend (Ortszeit) eine Erklärung von Lima, zwei politische Dokumente und drei Sondererklärungen, in denen die Ergebnisse und Ziele der Staatenkonferenz festgelegt wurden.

Bei Fragen der Erleichterung der Lage hochverschuldeter Staaten wie Argentinien wollen die Staaten künftig mit einer Stimme sprechen. Den Bemühungen des von akuter Zahlungsunfähigkeit bedrohten Landes nach neuen internationalen Finanzhilfen wurde ausdrücklich Unterstützung zugesagt. Beim Thema Sicherheit sagten alle Teilnehmer eine entschiedene Bekämpfung des Terrorismus in allen seinen Erscheinungsformen zu.

Enge Bande - krasse Unterschiede

Zwischen den Ländern Ibero-Amerikas gibt es zwar enge kulturelle Bande, aber bei Größe, Entwicklung und Wirtschaftskraft bestehen zum Teil krasse Unterschiede. So weist Spanien ein Bruttoinlandsprodukt von 595 Milliarden Dollar (678 Mrd. Euro/9.327 Mrd. S) aus, während das Bruttoinlandsprodukt von Nicaraguas nur 2,2 Milliarden Dollar beträgt. In Honduras sind nach offiziellen Angaben 25 Prozent aller Kleinkinder unternährt. In Chile existiert dieses Problem hingegen kaum. Eine Einigung ist deshalb oft nur auf sehr allgemein gehaltene Formulierungen möglich.

Die Erklärung von Lima behandelt Fragen der Stärkung der Demokratie und des Rechtsstaates, der Rechte der Frauen, der Bildungsförderung, der Armutsbekämpfung, des Umweltschutzes, der Lage der Einwanderer und des Kampfes gegen die Immunschwächekrankheit Aids ab.

Castro fehlte aus "internen Gründen"

Zu dem Gipfeltreffen war auch der spanische König Juan Carlos nach Lima gereist. Im letzten Augenblick abgesagt hatte der kubanische Präsident Fidel Castro. Wie Perus Außenminister Diego Garcia Sayan mitteilte, begründete Castro seine Entscheidung mit "internen Gründen", darunter den Aufräumarbeiten nach dem Hurrikan "Michelle". Castro wurde von Carlos Lage, einem der Vizepräsidenten, vertreten.

Argentiniens Präsident Fernando De la Rua versicherte seinen Nachbarstaaten, dass seinem Land trotz horrender Schulden keine Zahlungsunfähigkeit droht. "Keine Sorge, Argentinien ist sicher", sagte De la Rua am Samstag vor einem Treffen mit den Amtskollegen aus Brasilien, Mexiko und Chile in Lima. Argentiniens Wirtschaftsminister Domingo Cavallo, der dem Land eine "Null-Defizit"-Politik verordnet hat, sagte in Lima, der eingeleitete Schuldentausch laufe sehr gut und werde ein Erfolg werden. De la Rua verließ den Gipfel vorzeitig, da am Sonntag eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Buenos Aires erwartet wurde. (APA/dpa/Reuters)

Share if you care.