Immer mehr Taliban- Verbände geben auf

24. November 2001, 13:12
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Nordallianz rückt auf Kundus vor - Taliban- Kapitulation bis Sonntag gefordert

Moskau/Talokan/Islamabad - Im Norden Afghanistans sind Truppen der Nordallianz nach der angeblichen Kapitulation von mehr als 1000 Taliban-Kämpfern auf die Stadt Kundus vormarschiert. Die letzte nordafghanische Bastion der Taliban werde von Osten mit einem Panzerregiment angegriffen, sagte der Nordallianz-Kommandeur Daud Husaini am Samstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Nach zunächst unbestätigten Meldungen rücke auch der usbekische General Rashid Dostum von Westen gegen Kundus vor, hieß es weiter.

Taliban beginnen Rückzug aus Kundus

Die Taliban haben mit dem Abzug aus der belagerten nordafghanischen Stadt Kundus begonnen. Ein Sprecher von Nordallianz-Kommandant Kasim Fahim sagte am Samstag, insgesamt mehr als 1700 Milizionäre hätten ihre Waffen niedergelegt und die Stadt verlassen. Seit Beginn des Rückzugs um 11 Uhr Ortszeit (07.30 Uhr MEZ) hätten allein 1.000 Taliban im Nordwesten der Stadt die Fronten gewechselt. 700 weitere afghanische Milizionäre hätten sich östlich von Kundus dem Tadschiken-General Mohammed Daud ergeben. Mit der Aufgabe arabischer Söldner werde in Kürze ebenfalls gerechnet, fügte der Sprecher hinzu.

Tadschikische Kämpfer der afghanischen Nordallianz hatten zuvor die Verhandlungen zur Aufgabe von Kundus nach eigenen Angaben gestoppt. Daud teilte mit, seine Truppen würden die Belagerung der Stadt auf unbestimmte Zeit fortsetzen, Zivilisten und aufgabewilligen Taliban-Kämpfern aber die Flucht ermöglichen.

Die Nordallianz führt nach eigenen Angaben weitere Verhandlungen mit Verbänden des Gegners. Zugleich drohte die Nordallianz den zu tausenden eingekesselten Taliban-Milizen und ihren ausländischen Mitkämpfern mit einer Großoffensive, falls diese sich nicht bis Sonntag ergeben. Neue Gefechte wurden aus dem Gebiet Herat an der Grenze zum Iran sowie im Süden der Hauptstadt Kabul gemeldet. (APA/dpa)

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