Dell-Manager: 11. September oft als Ausrede missbraucht

20. November 2001, 17:41
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"Kein Kommentar" zu neuem Produktions- standort in Österreich

Dell Österreich bekommt nach einem Jahr ohne lokale Führung wieder einen eigenen Chef. Manfred Schwarzbier ist mit sofortiger Wirkung als General Manager für die Österreich-Niederlassung von Dell verantwortlich. Vorgestellt wurde Schwarzbier am Dienstag, von Mathias Schädel, dem Verantwortlichen für Zentraleuropa, vor Journalisten in Wien. Der neue Manager verfüge über eine 30-jährige Erfahrung in der Branche und sei unter anderem für Beko, Hewlett-Packard und Ingram Macrotron tätig gewesen.

Keine Infos zum Produktionsstandort

Zu einem zweiten Produktionsstandort in Europa, der von Firmengründer Michael Dell angekündigt worden war, und für den Österreich als Kandidat gilt, wollte Schädel nicht Stellung nehmen. Hier gebe es "keine neue Entwicklung".

Gute Performance

In Österreich habe Dell bisher eine "gerade bei Business-Kunden sehr gute Performance hingelegt", verwies Schädel auf Zugewinne bei den Marktanteilen. So habe man im Server-Bereich um rund 183 Prozent, bei Notebooks um 51 Prozent und bei Desktop-PCs um 33 Prozent zugelegt. Insgesamt sieht sich Dell im Business-Segment auf Position vier bis fünf in Österreich. Im Consumer-Bereich sei man allerdings nicht unter den Top 10.

11. September oft als Ausrede missbraucht

Die Ereignisse des 11. Septembers haben sich auf die Geschäftsentwicklung von Dell kaum ausgewirkt. "Dieses Datum wird oft als Ausrede missbraucht", meinte Mathias Schädel. Die Erfolgsstory des Unternehmens werde sich auch in Österreich fortsetzen. Ziel sei es, hier weiter stark zu wachsen und in absehbarer Zeit unter die Top 5 zu kommen.

Direkt-Verkauf

Besonders erfolgreich sei der Direkt-Verkauf über das Internet. Rund 50 Prozent würden bereits auf diese Weise abgesetzt, in Österreich sei diese Zahl sogar noch höher, so Schädel. Neben dem Ausbau des Marktanteils in Österreich setze Dell nun verstärkt auf eine Erweiterung des Dienstleistungsportfolios. Mit Partnern wie IBM, Unisys oder Getronics wolle man den Kunden vor allem bei Consulting, Outsourcing und komplexer Systemintegration zur Seite stehen.

Kein Interesse am PDA-Markt

Einer Ausweitung der Produktpalette in Richtung PDAs (Personal Digital Assistants) kann Schädel nur wenig abgewinnen: "Das ist kein Markt den wir besonders interessant finden." Man baue eher "nach oben" im Bereich Server und Netzwerke aus, erklärte Schädel weiter. pte/APA/red)

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