Banker: "Totalverkauf hieße Verkauf ins Ausland"

20. November 2001, 14:18
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Bei Komplettverkauf "österreichische" Lösung nicht darstellbar

Wien - Für einen Komplettverkauf der Telekom Austria (TA) wird es nach bisheriger Bankereinschätzung keine "österreichische" Lösung geben. Heimische Bankenkreise schließen eine 100-Prozent-Übernahme durch ein österreichisches Finanzierungskonsortium aus. Selbst wenn sich mehrere Großbanken für einen Mega-Konsortialkredit zusammentäten, könnten sie die Kaufsumme von geschätzten 5 Mrd. Euro (rund 70 Mrd. S) nicht aufbringen. "Das können nur Ausländer sein", sagte ein maßgeblicher Banker am Dienstag zur APA.

Da die internationalen Telekomkonzerne in nächster Zeit noch ihre bisherigen eigenen Akquisitionen zu verdauen hätten, wird zur Zeit damit gerechnet, dass internationale Finanzinvestoren bzw. Fonds für eine Übernahme in Frage kommen, wenn ÖIAG und Telecom Italia (TI) ihre TA-Pakete in Bausch und Bogen auf den Markt bringen. Bei einem Verkauf über Buyout-Spezialisten sei freilich ein Asset Stripping nicht ausgeschlossen, dessen müssten sich die Verkäufer gewiss sein, meinen Banker.

Zwischenparken

Sollte die ÖIAG an die österreichische Kreditwirtschaft herantreten, wären österreichische Großbanken bereit, an Stelle der Staatsholding den zum Verkauf stehenden knapp 30-Prozent-Anteil der Telecom Italia (TI) an der TA "für ein oder zwei Jahre zwischenzuparken", bekräftigte der Spitzenbanker. Das "Konsortium" könnte die Anteile zwischenfinanzieren und temporär halten und, wenn ein attraktives Gesamtpaket auf dem Markt sei (also auch der ÖIAG-Anteil, möglichst mitsamt wertsteigernder Mobilkom-Beteiligung) ohne Zeitdruck weiter veräußern.

Auch in den Augen der größten deutschen Bank, der Deutschen Bank, ist die seit einem Jahr börsenotierte Telekom Austria ein Übernahmekandidat. Die TA bleibe weiterhin ein Hauptkandidat für die weitere Konsolidierung am Telekom-Markt und für Mergers & Acquisitions-Aktivitäten, schrieb die Deutsche Bank in ihrer jüngsten Analyse. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,2 Mrd. Euro sei der österreichische Ex-Monopolist für Private Equity-Investoren finanzierbar. (APA)

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