Zell-Tests sollen zwei Tierversuchsmodelle ersetzen

20. November 2001, 20:22
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Gefahr chemischer Stoffe auch mit Alternativ-
methoden erkennbar

Berlin - Nach der EU empfiehlt auch die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) Zell-Tests zur Prüfung von Chemikalien und Körperpflegemitteln. Demzufolge sollen zwei Tierversuchsmodelle, die bisher international für die Prüfung von Arzneimitteln, Chemikalien und auch von Kosmetika vorgeschrieben waren, in Kürze weltweit durch tierversuchsfreie Tests ersetzt werden. Nach einer Umsetzung in den OECD-Mitgliedstaaten rechnet das deutsche Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) mit einer raschen Anerkennung der Prüfmethoden weltweit.

Die Tests ermöglichen es, das Gefahrenpotenzial chemischer Stoffe ebenso gut einzuschätzen wie durch die bisher üblichen Tierversuche. Nach einer Anerkennung dürfen in den OECD-Mitgliedstaaten zur Prüfung von Substanzen auf Phototoxizität und Ätzwirkung an der Haut keine zusätzlichen Tierversuche mehr durchgeführt werden. Die tierversuchsfreien Alternativmethoden wurden vom BgVV sowie der Industrie entwickelt und auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Diese Prüfungen gewährleisteten, dass alle Sicherheitsansprüche des Verbraucher- und Arbeitsschutzes garantiert werden. Die Tests werden bereits seit dem Jahr 2000 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union akzeptiert.

Die beiden weiteren Zellkultur-Tests ersetzen die besonders belastende Prüfung auf Ätzwirkung an der Haut, die bisher an lebenden Kaninchen durchgeführt wurde und für diese Tiere sehr schmerzhaft war. Bei der Methode werden biotechnologisch hergestellte, künstliche menschliche Hautmodelle verwendet. (pte)

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