Jazz-Pianist Tommy Flanagan gestorben

19. November 2001, 17:00
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Wegbegleiter Ella Fitzgeralds war einer der beliebtesten Jazz-Interpreten

New York - Der amerikanische Jazz-Pianist Tommy Flanagan, der fast 20 Jahre eng mit Ella Fitzgerald zusammen arbeitete und seinen Stil aus der Tradition von Art Tatum und Teddy Wilson entwickelte, ist in New York gestorben. Nach Angaben der "New York Times" vom Montag erlag Flanagan Freitagnacht 71-jährig in einem Krankenhaus den Folgen eines Aneurysmas.

Klarer und erleuchteter Klang

Die Zeitung würdigte Flanagan für den "klaren und erleuchtenden Klang" seiner Musik und seinen feinen, eleganten Stil. Als jüngstes von sechs Kindern wuchs er in Detroit auf, das sich in seiner Jugendzeit zu einem führenden Zentrum des Jazz entwickelte. 1956 zog es Flanagan nach New York, wo er auf Charlie Parker und Bud Powell traf. Zwei Jahre später begleitete er beim Newport Jazz Festival erstmals Ella Fitzgerald. Er blieb mit Unterbrechungen fast 20 Jahre an ihrer Seite und war zeitweilig auch ihr Musikdirektor.

Nach 1978 etablierte er sich als Solist

Daneben begleitete Flanagan Tony Bennett und spielte bei historischen Aufzeichnungen wie John Coltranes "Giant Steps" und Sonny Rollins "Saxophone Colossus" mit, für Alben von Freddie Hubbard, Dexter Gordon, Wes Montgomery, Gene Ammons und Coleman Hawkins. Nach einem Herzinfarkt 1978 gab Flanagan die Zusammenarbeit mit Fitzgerald und anderen auf und etablierte sich als Solist ersten Ranges. Mit Trio-Alben wie "Jazz Poet" (1989) und "Let's" (1993) wurde er schließlich zu einem der beliebtesten Jazz-Interpreten.(APA/dpa)

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