China hält seine erste Aids-Konferenz ab

15. November 2001, 14:34
posten

Lange Zeit war das Thema marginalisiert worden

Peking - In China findet erstmals eine Konferenz zum Thema Aids und sexuell übertragbare Erkrankungen statt. Mehr als 2.700 Teilnehmer aus Regierungskreisen, der Medizin sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften aus 20 Nationen diskutieren vier Tage lang über Maßnahmen zur Senkung der steigenden Erkrankungsrate in China, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua News berichtet. Das Thema wurde von der chinesischen Regierung lange Zeit nicht ernst genommen, behaupten Kritiker. Aufgrund der jährlichen Wachstumsrate von 30 Prozent plant China eine offensive Informationspolitik. Den ersten Aidsfall in China gab es im Jahr 1985.

Ziel Chinas ist es, das Wachstum der Neuinfektionen auf zehn Prozent im Jahr bis 2005 zu drosseln. Experten schätzen, dass sich rund 600.000 Chinesen der 1,26 Mrd. Gesamtbevölkerung bis zum Jahresende 2000 mit dem HI-Virus infiziert haben. In zehn Jahren könnte die Zahl der Infizierten bei zehn Mio. liegen. "Aids betrifft nicht mehr ausschließlich Risikogruppen. Die Erkrankung weitet sich auf die Durchschnittsbevölkerung aus", sagte der chinesische Gesundheitsminister Wenkang Zhang. Laut Regierungsmitgliedern haben der Nadeltausch bei Drogensüchtigen sowie florierende Geschäfte mit dem Sex wesentlich zur Ausbreitung von Aids und sexuell übertragbaren Erkrankungen in China beigetragen. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.