Tiroler Polizei ermittelt wegen rassistisch motivierter Gewalttat

15. November 2001, 12:48
posten

Kongolesischer Theologiestudent niedergestoßen und verletzt

Innsbruck - Ein Unfall mit Fahrerflucht könnte sich als rassistisch motivierte Gewalttat erweisen: Franklin M., Theologiestudent aus dem Kongo, wurde in der Nacht auf Samstag in Innsbruck von einem Pkw angefahren und erlitt dabei unter anderem Verletzungen im Gesicht. Sie mussten in der Klinik genäht werden.

M., der gemeinsam mit einem ebenfalls schwarzafrikanischen Kollegen zu Fuß unterwegs war, erklärt, dass das mit zwei Männern und einer Frau besetzte Auto zunächst im Schritttempo neben ihnen beiden hergefahren war. Dabei seien sie immer weiter zur Seite gedrängt worden, ehe ihn das Auto von hinten angefahren habe und dann davongefahren sei. M. geht davon aus, dass ihn der Lenker vorsätzlich gerammt hat und kann sich dies nur mit seiner Hautfarbe erklären, da ihm die Personen im Wagen nicht bekannt seien.

Walter Pupp von der Innsbrucker Kripo erklärt, dass aufgrund von M.s Aussage nun ein möglicher fremdenfeindlicher Hintergrund untersucht würde. Zunächst war der Vorfall nur von der Verkehrspolizei aufgenommen worden.

Franklin M. ist einer von 54 Studierenden des Internationalen Priesterseminars Canisianum und studiert seit 1997 in Innsbruck. Am 23. November soll er zum Diakon geweiht werden und dann in seine Heimat zurückkehren. Hans Tschiggerl, der Regens des Priesterseminars, erzählt, der Vorfall habe große Betroffenheit ausgelöst. In der Vergangenheit hätten afrikanische Bewohner des Hauses gelegentlich von Beschimpfungen erzählt, körperliche Attacken seien ihm neu.

Uni-Rektor Hans Moser zeigte sich in einer ersten Reaktion von dem Vorfall und insbesondere dessen Brutalität "zutiefst schockiert". (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 14.11.2001)

Share if you care.