Bei Stressbewältigung haben Frauen einen Startvorteil

14. November 2001, 15:22
posten

Das Hormon Östradiol und seine Wirkung

San Diego - Frauen besitzen ein besseres Stressmanagement. Das behaupten zumindest Wissenschaftler der Uni Düsseldorf, die davon ausgehen, das es eine Art weibliches "Antistress"-Hormon gibt. Die Unterschiede junger Frauen und Männer im Umgang mit Stress hat Oliver Wolf von der Abteilung für Experimentelle Psychologie II der Universität Düsseldorf auf der Tagung der Gesellschaft für Neurochirurgie in San Diego vorgestellt.

Die Unterschiede stellte das Team um Wolf anhand von Gedächtnistests, die nach Stresssituationen bei einer Studentengruppe durchgeführt wurden, fest. 58 Studenten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren hatten die Aufgabe, sich Worte nach einer bestimmten Zeitverzögerung wieder ins Gedächtnis zu rufen. Gestresst wurden die Versuchskandidaten, indem sie fünf Minuten vor einem Komitee sprechen mussten und in 17-er Schritten von 2.043 rückwärts zählen mussten.

Männer mit einem höheren Cortisolspiegel, einem Stresshormon, konnten sich an weniger Worte erinnern als Männer mit einem niedrigeren Cortisolwert. Bei Frauen gab es diesen Zusammenhang nicht. Bereits in früheren Tests stellte Wolf den umgekehrten Effekt fest. Ältere Männer gingen mit Stress besser um als Frauen nach der Menopause. "Die Ergebnisse legen nahe, dass Östradiol eine wichtige Rolle spielt. Östradiol wird in den Eierstöcken gebildet", sagte Wolf. Während der Menopause sinkt der Östradiolspiegel deutlich ab.

"Beide Studien sind richtungsweisend. Das weibliche Sexualhormon Östradiol übernimmt die Funktion eines Antistress-Hormons", ergänzte der Studienleiter. "Erstmals gibt es Ergebnisse mit dieser Genauigkeit", so Enrico Alleva vom italienischen Gesundheitsinstitut. (pte)

Share if you care.