Schweizer Verleger wollen Nulllohnrunde

13. November 2001, 14:20
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Schwierige Lohnverhandlungen in der Schweizer Medienbranche

Die Schweizer Verleger und Journalisten haben sich vorerst noch nicht auf die Anpassung der Mindestlöhne und -honorare geeinigt. Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde gescheitert ist, muss nun die Schiedsstelle bis zum 15. Dezember 2001 darüber entscheiden. Das Klima zwischen dem Verband Schweizer Presse und der Mediengewerkschaft comedia und dem Schweizer Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ) ist frostig.

Spekulative Zukunftsprognosen

Der Verband Schweizer Presse nehme lieber eine Verletzung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) in Kauf, als zu verhandeln, kritisierten comedia und SVJ am Dienstag in einer gemeinsamen Aussendung. Obwohl der GAV 2000 zwingend alle zwei Jahre eine Anpassung der Mindestlöhne vorschreibe, halte der Verlegerverband an einer "Nullrunde" fest, stütze sich dabei aber "lediglich auf spekulative Zukunftsprognosen", die auf den unbestritten schwierigen Monaten September und Oktober basierten.

"Unsere Sicht ist realistisch und lässt nur eine Nullrunde zu", sagte dagegen Eva Keller, Geschäftsführerin des Verbandes Schweizer Presse, auf Anfrage. Sie basiere auf der wirtschaftlichen Entwicklung seit Juli und beurteile auch die Perspektiven der nächsten zwölf Monate.

Keine Möglichkeit für Anpassung

Man habe dies an den Verhandlungen anhand von Beispielen in einzelnen Verlagen versucht darzulegen, sagte Keller weiter. Sie bedaure, dass dies nicht auf Verständnis bei den Sozialpartnern gestoßen sei. Comedia und SVJ verlangen bei den Minimallöhnen eine Erhöhung um 1,5 Prozent und bei allen Löhnen einen Teuerungsausgleich von 3,5 Prozent. Der Verband Schweizer Presse sieht keine Möglichkeit für Anpassungen. Die nun zuständige Schiedsstelle setzt sich aus je zwei Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie einer unabhängigen Vorsitzenden zusammen. (APA)

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