Wunsch nach männlichen Nachkommen und Pillen als Pflanzendünger

12. November 2001, 13:06
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ExpertInnen auf der Suche nach Gründen für türkische Bevölkerungsexplosion

Istanbul - Eine Bevölkerungsexplosion im südosttürkischen Siverek hat ExpertInnen Kopfzerbrechen bereitet: Obwohl in dem Bezirk seit fünf Jahren ein Programm zur Familienplanung läuft, wurden dort etwa 10.000 Kinder in den ersten zehn Monaten dieses Jahres geboren. Wie die türkische Presse am Montag berichtete, brachte eine breit angelegte Befragung der betroffenen Familien die Behörden schließlich auf des Rätsels Lösung.

In Siverek ging das Gerücht, dass Anti-Baby-Pillen ein besonders wirksamer Pflanzendünger sind. Viele Frauen hatten ihre Pillen deshalb in die Blumentöpfe gesteckt.

Die Befragung ergab allerdings auch, dass die Frauen in dem vorwiegend kurdisch besiedelten Bezirk unter großem Druck stehen, mit vielen Kindern zur Stärke ihres Clans beizutragen. Auch der Wunsch nach männlichen Nachkommen trägt demnach dazu bei, dass das Familienplanungs-Programm nicht greift.
(APA)

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