"Menschenverachtender Terror gegen Forstinger"

12. November 2001, 08:17
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Riess-Passer dementiert neue Gerüchte über Ablöse der Infrastrukturministerin

Wien - Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) hat neuerlich Gerüchte über eine mögliche Ablöse von Infrastrukturministerin Monika Forstinger (F) zurückgewiesen. In der Fernseh-"Pressestunde" des ORF verurteilte die FPÖ-Chefin den "Terror, der gegen diese Frau gemacht wird, als menschenverachtend".

Immerhin habe Forstinger Dinge zu Stande gebracht, die noch kein Verkehrsminister vor ihr geschafft habe. Sie nannte dabei die Neubesetzung der ÖBB und die Erarbeitung des Generalverkehrsplans. "Die Art und Weise, wie jede Woche immer wieder ihre Ablöse propagiert wird, ist schändlich." Darauf angesprochen, dass im Zusammenhang mit möglichen Ablösen von Ministern oft gelogen werde, dass sich die Balken biegen, und auch bei der früheren Sozialministerin Elisabeth Sickl bis zum Schluss immer eine Ablöse dementiert worden sei meinte sie nur: "Entschuldigung, von mir nicht." Generell gelte aber, dass man eine Entscheidung dann mitteile, wenn sie getroffen sei.

Zu Berichten über einen möglichen Nachfolger Matthias Reichhold (F) sagte Riess-Passer, dieser "ist sehr jung aus der Politik ausgestiegen und kommt sicher wieder zurück". Jedenfalls sei Reichhold "für alles Mögliche geeignet". Dies bedeute aber nicht eine Ablöse Forstingers oder von Herbert Haupt als Sozialminister, der eine "Schlüsselstellung in der Regierung inne hat".

Hoffen auf Frieden

Zum jüngsten Streit um die Reisediplomatie zwischen Außenministerium und Bundeskanzleramt sowie Ballhausplatz meinte Riess-Passer, sie hoffe hier auf einen dauerhaften Frieden. Gerade der Bereich Außenpolitik sei einer, wo es um den Eindruck geht, den ein Land im Ausland mache. Eifersüchteleien hätten da nichts verloren. Zum Verhältnis zwischen Außenministern Benita Ferrero-Waldner (V) und Präsidentengattin Margot Löffler befragt sagte Riess-Passer, es wäre verfehlt, dies als Sache zwischen Frauen und deshalb typisch abzutun. "Das wird so unterschwellig eingestreut, hat damit aber überhaupt nichts zu tun." Man müsse zusammenarbeiten können und vor allem auch manchmal über den eigenen Schatten springen, sonst sei man "fehl am Platz". (APA)

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