EU-Agrarkommissar weist US-Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung zurück

11. November 2001, 17:01
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Fischler: "Amerikaner lenken von eigenen Agrarsubventionen ab"

Doha - Die Europäische Union will sich von den USA nicht länger Wettbewerbsverzerrung durch Agrarsubventionen vorwerfen lassen. Die EU könne es "nicht mehr dulden", dass die USA den Eindruck vermittelten, die Europäer seien die einzigen, die ihre Agrarwirtschaft zu Lasten der Entwicklungsländer unterstützten, sagte EU-Agrarkommissar Franz Fischler am Sonntag beim WTO-Gipfel in Katar.

Die USA "versteckten" sich hinter den Europäern, um von ihren eigenen Agrarsubventionen abzulenken. Die US-Unterstützung von Exporten durch Kredite in Höhe von jährlich annähernd 4 Mrd. Dollar (4,48 Mrd. Euro/61,6 Mrd. S) sei "eindeutig ein Akt der Wettbewerbsverzerrung", sagte Fischler.

Kritik an USA

Wenn die USA und die EU zu einer Einigung kommen wollten, müssten sie zu ihren "Ausgangspositionen" zurückkehren und versuchen, "konstruktiv" nach einer Lösung zu suchen.

Der EU-Agrarkommissar verurteilte zudem die Haltung der USA gegenüber den Entwicklungsländern. Die US-Lebensmittelhilfsprogramme orientierten sich nicht an den Bedürfnissen der Bevölkerung, sondern an "den Preisen auf den US-Märkten". Die Europäische Union führe mehr Agrarprodukte ein als die USA, Kanada, Japan, Neuseeland und Australien zusammen, betonte Fischler. (APA)

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