Schwere Strahlenbelastung in tschetschenischer Atommüll-Deponie

10. November 2001, 10:25
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Hundert Mal über gesundheitlich unbedenklicher Grenze

Wladikawkas/Russland - Auf einer Atommülldeponie in Tschetschenien besteht russischen Behörden zufolge eine extrem hohe radioaktive Strahlenbelastung. Die Strahlung auf dem Gelände nahe Tschiri-Jurt sei so stark, dass sie einen Menschen innerhalb weniger Tage töte, hieß es. Der russische Fernsehsender NTW berichtete von etwa 3.000 Mikroröntgen. Das läge etwa hundertmal über der gesundheitlich zumutbaren Belastung.

Das Gelände gehöre zu einer Fabrik, in der radioaktiver Abfall verarbeitet und anderer Müll deponiert wurde. Laut NTW wurde dorthin von 1965 bis 1992 Atommüll aus den umliegenden Kaukasusrepubliken gebracht. Während des Krieges zwischen 1994 und 1996 sowie im seit 1999 anhalten Konflikt sei die Anlage offenbar beschädigt worden. Bis vor etwa einem Monat war das Gelände nicht bewacht worden, wie der Direktor des tschetschenischen Instituts für Reaktorsicherheit, Abdul Chamadow NTW mitteilte. Es sei durchaus möglich gewesen, von dort radioaktives Material zu entwenden, so Chamadow weiter.

Der tschetschenische Minister für Katastrophenschutz, Ruslan Ajtajew, sagte der Nachrichtenagentur ITAR-Tass, die Anlage werde entstrahlt, sobald die geeigneten Finanzmittel zur Verfügung stünden. Ein Vertrag über die Arbeiten sei bereits unterschrieben. (APA/AP)

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