Totes Meer ist gut für HerzpatientInnen

11. November 2001, 16:45
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Atmosphäre dort ist ungewöhnlich reich an Sauerstoff, Magnesium und Brom

Haifa/New York - Israelische Forscher des Technion - Israel Institute of Technology haben nachgewiesen, dass die sauerstoffreiche Umgebung des Toten Meers positive Auswirkungen auf Herzpatienten besitzt. In einer zweiten Studie stellte der Technion-Wissenschaftler Eldar Berkovits fest, dass die Umgebung auch den Gesundheitszustand Cystischer-Fibrose-Patienten günstig beeinflusst.

Edward Abinader von der medizinischen Fakultät untersuchte 24 Patienten, zwölf davon litten an Herzbeschwerden, in Haifa und anschließend in der Umgebung des 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Toten Meeres. Abinader stellte fest, dass sich der Zustand der Patienten mit Herzbeschwerden besserte. Mitunter liefen die Patienten in der Umgebung des Toten Meeres schneller und länger auf Laufbändern. "Ursprünglich sollte in der Studie festgestellt werden, ob das Tote Meer für Menschen mit Herzproblemen schädlich ist", sagte Abinader. Laut dem Forscher ist die Atmosphäre am Toten Meer ungewöhnlich reich an Sauerstoff, Magnesium, Brom. Dies sind Mineralien, die den Sauerstofftransport zum Herzen und zu den Lungen verbessern.

Positive Wirkung auch bei Cystischer Fibrose

Berkovits, der die Wirkung des Toten Meeres an 73 Patienten mit Cystischer Fibrose untersuchte, entdeckte, dass der hohe Sauerstoffgehalt und der Mineralienreichtum einen positiven Effekt hatten. Die genetisch bedingte Erkrankung verursacht in Teilen der Lunge eine Schleimbildung, die eine chronische Lungeninfektion auslösen kann. Laut der Gesellschaft für Cystische Fibrose sind allein in den USA rund 30.000 Kinder und Erwachsene von der Krankheit betroffen. "Der hohe Sauerstoffgehalt des Meeres bedeutet auch eine verstärkte Konzentration im Blut und verbessert die Atemleistung", erklärte Berkovits. Hinzu komme der außergewöhnlich hohe Mineraliengehalt im Schlamm, den Schwefelteichen, den thermonuklearen Quellen und der Umgebungsluft des Toten Meeres.

Berkovits, der die Studie auf einer internationalen Konferenz in den Niederlanden präsentierte, bezeichnet das Tote Meer aufgrund der vielschichtigen Wirkung als "Multifaktor-Umwelt". Im nächsten Schritt will der Forscher die Langzeitwirkung für Cystische-Fibrose-Patienten untersuchen. (pte)

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