ÖVP präsentiert Initiative gegen Karriereknick nach "Baby-Pause"

8. November 2001, 14:05
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SPÖ: "Alibiaktion"

Wien - Eine neue Initiative, die jungen Frauen den beruflichen Wiedereinstieg nach der Babypause erleichtern bzw. helfen soll, den Ausstieg überhaupt zu vermeiden, hat ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat am Donnerstag in einer Pressekonferenz präsentiert. "Vom Ausstieg zum Einstieg. Kniffe gegen den Karriereknick" heißt das Projekt, in dessen Rahmen Seminare mit den notwendigen Informationen für werdende und junge Mütter angeboten werden. Die Kosten sollen öffentliche Hand bzw. Sponsoren übernehmen.

Nachteil "Baby-Pause"

Rauch-Kallat sieht diese Initiative - gemeinsam mit AMS und "Junger Wirtschaft" - als Beitrag zur Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit. Denn: Ein wesentlicher Teil des Einkommensunterschieds zwischen Frauen und Männern ist auf die Babypause zurückzuführen. Die jungen Frauen drohten oft geistig zu vereinsamen, berichtete Irene Kernthaler, eine der "Mütter" dieses Projekts. Diese Erfahrung habe man in zahlreichen Lokalaugenscheinen in Familienberatungsstellen gewonnen. "Das Seminar soll vor allem das Selbstbewusstsein von Frauen, die durch die Geburt eines Kindes oft in eine Art Isolation geraten, stärken", deponierte sie. Hilfe für betroffene Frauen sei Aufgabe der Gesellschaft.

Acht Wochen vor der Entbindung bzw. drei bis fünf Monate nachher soll den Frauen in den Seminaren mit Rat und Tat geholfen werden. Dezentral, also in den Bundesländern. Die Trägerinnen des Projekts gehören zur "Jungen Wiener Weiberwirtschaft". Deren Ziel ist es, die Situation junger Frauen durch Netzwerke verschiedener Berufsgruppen zu verbessern.

SP-Kuntzl fordert Konkretes

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl hat die ÖVP am Donnerstag aufgefordert, konkrete gesetzliche Rahmenbedingungen für Frauen als Wiedereinstiegs-Hilfe zu schaffen. Notwendig sei ein qualifiziertes und flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl in einer Aussendung. Das von der ÖVP geplante Seminar sei zwar ein guter Ansatz, "allein: die Hürden und Probleme, mit denen Frauen nach einer Berufsunterbrechung zu kämpfen haben, sind damit nicht gelöst."

Vor dem "Hintergrund der Abschaffung der Frauenpolitik durch diese Regierung, deren Politik vielmehr darauf abzielt, Frauen sukzessive aus dem Erwerbsleben zu verdrängen, ist diese Form der 'Wiedereinstiegshilfe' eine 'Verhöhnung der Frauen'", glaubt Kuntzl. Sie kritisierte auch, dass sich die ÖVP "diese Parteiaktion aus öffentlichen Geldern - Wirtschaft, AMS, Sozialministerium - finanzieren lässt" und sprach von fehlender Frauenförderung.(APA)

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