Salzburger Aids-Spendenbetrüger in Klagenfurt verurteilt

8. November 2001, 11:59
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Zu einem Jahr unbedingter Haft verurteilt

Klagenfurt - Wegen gewerbsmäßigen Betrugs durch Spendenbetrug wurde am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ein 36-jähriger Salzburger zu einem Jahr unbedingter Haft verurteilt. Dazu kommen drei Monate aus einer bedingten Vorstrafe wegen eines ähnlichen Deliktes. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

Mit dem Ansuchen um Spenden kontaktierte der Salzburger in Villach und Klagenfurt Privatpersonen, Ärzte, Firmen und Vereine. Die Spenden sollten seinen Angaben nach dem "Arbeitsprojekt Aids" zu Gute kommen. Der selbst beschäftigungslose, Aids-kranke Mann sagte aber nur selten, dass er das Geld für sich allein verwenden würde. "In etwa 20 Prozent der hundert Fälle glaube ich, dies erwähnt zu haben", meinte er vor Gericht.

Die "Einnahmen" von fast 16.000 Schilling verwendete er für seinen Lebensunterhalt. Die restlichen Kosten für sein Dasein bestritt ein Freund des im Vorjahr für eine Woche aus dem Strafvollzug in Linz ausgebrochenen Mannes. Dort sowie in Graz war er wegen ähnlicher Betrügereien verurteilt worden.

"Wir hätten 95 Zeugen, müssen wir diese vernehmen?", fragte Richter Michael Schofnegger im Laufe des Prozesses. Darauf wurde von Seiten der Anklage und der Verteidigung lächelnd verzichtet, da der Angeklagte geständig war. Staatsanwalt Friedrich Borotschnik führte in seinem Plädoyer aus, ein "moralisch besonders verwerfliches Verbrechen liegt vor, bei dem das soziale Gewissen der Menschen schändlich ausgenutzt wurde". Dem schloss sich auch der Schöffensenat an. Der bei dem Angeklagten gefundene Betrag von etwa 3.800 Schilling kommt nun laut Gerichtsentscheid seinem ursprünglich zugedachten Verwendungszweck zu und geht an die Aids-Hilfe Kärnten. (APA)

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