Armutskonferenz kritisiert Kürzungen bei Arbeitslosen

8. November 2001, 11:41
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Wien - Projekte und Initiativen, die sich für Benachteiligte am Arbeitsmarkt engagieren, seien von massiven Leistungseinschränkungen bedroht, kritisierte die "Armutskonferenz" am Donnerstag in einer Aussendung. Schwer Vermittelbare würden damit in die Sozialhilfe abgedrängt. Angesichts von Milliarden Überschüssen in der Arbeitslosenversicherung und der Notwendigkeit, Maßnahmen gegen den Konjunktureinbruch zu setzen, seien Kürzungen "völlig unverständlich und unvernünftig", meinte Sozialexperte Martin Schenk.

Kürzungen seien bei einschlägigen Betrieben und Beratungsstellen in Wien, Niederösterreich, Kärnten, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Salzburg zu befürchten. Betroffen seien benachteiligte Frauen, Langzeitbeschäftigungslose, MigrantInnen, Behinderte, Personen mit psychosozialen Problemen - "allesamt Menschen, die das Tempo am ersten Arbeitsmarkt nicht mehr halten können und eine ganzheitliche Begleitung für ihre berufliche wie menschliche Integration brauchen", wie Schenk sagte.

Rund 37 Mrd. S würden aus den Überschüssen der Arbeitslosenversicherung an den Finanzminister abgezweigt "und damit künstlich ein Defizit des AMS erzeugt". Im Jahr 2002 stünden mit rund 7,6 Mrd. S um 650 Mill. weniger Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung als im Jahr 2001. (APA)

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