Die "weibliche" Einkaufsmacht steigt

7. November 2001, 11:21
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Österreichs Frauen bestimmen zu 78 Prozent über das Haushaltsbudget

Wien - In den USA tätigen oder beeinflussen Frauen bis zu 80 Prozent aller Kaufentscheidungen, sagt die US-Trendforscherin Faith Popcorn. Auch in Österreich bestimmen Frauen insgesamt zu 78 Prozent - zu 38 Prozent zur Gänze und zu 40 Prozent partnerschaftlich - das Konsumverhalten in einem Haushalt, zitierte der Generaldirektor der Mobilkom, Boris Nemsic, heute, Dienstag, eine OGM-Studie zur Rolle der Frau in der österreichischen Konsum- und Informationsgesellschaft.

Abweichendes Konsumverhalten

Frauen stellen längst eine Wirtschaftsmacht dar, haben allerdings ein ganz anderes Konsumverhalten als Männer, sagte Popcorn am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Daher sollten Unternehmen ihr Marketing stärker auf die Bedürfnisse und das Verhalten von Frauen ausrichten. Für Frauen seien menschliche Beziehungen und die Kommunikation - etwa zu Kindern oder Freunden - zentral, in Gegensatz zu Männern, bei denen vorwiegend der Beruf im Mittelpunkt stehe, erläuterte Popcorn.

Täglichen Einkauf bestimmen Frauen

Frauen entscheiden in Österreich über ein jährliches Konsumvolumen von 10,3 Mrd. Euro (142 Mrd. S), geht aus der OGM-Studie hervor, bei der über Telefon-Befragungen 300 österreichische Haushalte im Oktober 2001 über Kaufentscheidungen befragt wurden. Diese Daten wurden anschließend mit den Ergebnissen der Konsumerhebung der Statistik Austria verknüpft. Frauen bestimmen den täglichen Einkauf dabei vor allem bei Lebensmitteln, Heimtextilien, Geschirr, Kinderbekleidung, Spielwaren, Wäsche und Kosmetika. Alleine entscheiden Frauen jährlich über Einkäufe von knapp 6 Mrd. Euro an Lebensmitteln, 2,2 Mrd. Euro an Bekleidung und 726 Mill. Euro fürs Wohnen.

KFZ-Ausgaben der Männer

Männer entscheiden laut Studie hingegen nur über 6,2 Mrd. Euro, was 22 Prozent der gesamten Konsumausgaben eines Haushalts entspricht. Davon werden 2,5 Mrd. Euro für Auto, Kfz und Zubehör ausgegeben. 40 Prozent aller Kaufentscheidungen in Haushalten werden gemeinsam getroffen, das entspricht einem Kaufvolumen von 11,1 Mrd. Euro.

Im Telekombereich werden SMS-Kurzmitteilungen übers Handy mehr von Frauen als von Männern verschickt, stellte Nemsic fest. WAP (Wireless Application Protocol) werde hingegen regelmäßig häufiger von Männern benutzt, bei der gelegentlichen Nutzung liegen hingegen die Frauen vorne. Handys würden von Frauen aber insgesamt "vernünftiger" benutzt als von Männern, zumal Frauen das Handy primär in Notfällen als Kontaktmöglichkeit zur Familie oder Freunden sehen. (APA)

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