Filetopia & Bearshare

5. November 2001, 13:12
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Teil IV

Filetopia

Der spanische Tauschservice Filetopia setzt sehr stark auf die im Client integrierten Chaträume. Da erscheint es auch nicht verwunderlich, dass in der aktuellen Version 2.10d auch eher unkonventionelle Extras wie Voice-Chats enthalten sind. Während Oberfläche und Funktionen wie der "Collection Manager" die Verwaltung der eigenen Dateisammlung erleichtern, liegt das Problem Filetopias vor allem im geringen Angebot. Aus den Hitparaden bekannte Songs sind leicht zu finden; Liebhaber der Musik abseits des Mainstream werden sich an Filetopia allerdings nicht wirklich erfreuen können.

Doch gerade die kleinen Extras machen Filetopia interessant: so kann zwischen zwei Tausch-Modi gewählt werden. Der "Free Share Mode" gleicht dem System konventioneller Tauschbörsen. Im "Trade-Mode" kann man einzelne Benutzer auswählen, die Zugriffsrecht auf die Dateien haben. Mittels Up- und Download-Ratios kann festgelegt werden, wie viele Dateien andere User herunterladen dürfen und wie viele sie dafür selbst zu Verfügung stellen müssen. Dies erleichtert den Tausch von Filmen und anderen großen Dateien.

Free Peers Bearshare

Wie Limewire klinkt sich BearShare ins Gnutella-Netzwerk ein und erlaubt Peer-to-Peer-Sharing: Der Dateiaustausch erfolgt nicht über einen zentralen Server, sondern wird direkt von den tauschenden Usern vollzogen.

BearShare zeichnet sich außerdem durch eine Vielfalt an Optionen und einer informativen Benutzeroberfläche sowie einer simplen Installation aus. Jedoch leidet das Programm unter den gleichen Vor- und Nachteilen wie andere Gnutella-Clients. Zwar trumpft das Programm mit einer großen Auswahl auf. Durch das überladene Netzwerk kann es jedoch für User mit langsameren Verbindungen zu sehr hohen Downloadzeiten kommen.

Für die Verwendung des Programms ist es allerdings nicht nötig, sich zu registrieren. Wer nun denkt, in den Wirren des Internet anonym bleiben zu können, der irrt. Denn Yogi-Bär kommt nicht alleine: mit dem Programm wird leider auch Spyware installiert, die allerdings deaktivierbar ist. Der Bär steppt älteren Versionen schon auf Deutsch, aktuelle Versionen sind allerdings nur auf Englisch erhältlich.

Fazit

Die Wahl einer Filesharing-Börse wird oft weniger durch die Schönheit des Programms und die Sprache als durch die Anzahl der User bestimmt. Nachdem es die Anbieter noch nicht geschafft haben, ein einheitliches Sharing-Netz zu entwickeln, wird eine Vielzahl der User weiterhin auf einige Tauschbörsen verteilt sein.

MusicCity Morpheus und Audiogalaxy Satellite bieten eine große Auswahl und stabile Leitungen mit hohen Downloadgeschwindigkeiten. Andere Hersteller wollen mit vielen anderen Extras, wie Voice-Chats bei Filetopia oder Skins bei iMesh auftrumpfen. Dadurch entsteht vor allem für viele unerfahrene User die Gefahr, sich allzu leicht verwirren zu lassen. (eru)

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