EU: Öffnung für Agrar-Importe

5. November 2001, 11:26
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Europäer in Doha "gegen eine harte Liberalisierung"

Paris - Die Europäische Union (EU) wird ihre Märkte nach den Worten von EU-Handelskommissar Pascal Lamy in den kommenden Jahren verstärkt für Agrar-Importe aus Entwicklungsländern öffnen. Schon in den Jahren 1995 bis 2000 seien die Agrar-Importe doppelt so schnell gewachsen wie zuvor, sagte Lamy der Pariser Wirtschaftszeitung "Les Echos". Die Entwicklungsländer wüssten, dass die EU-Politik in diesem Bereich mit einem "Öltanker" vergleichbar sei, fügte Lamy hinzu. Sie bewege sich "immer in die gleiche Richtung", wenngleich es möglich sei, das "geringe Tempo" zu kritisieren. Mit Blick auf die Welthandelskonferenz, die am Freitag in Katar beginnt, unterstrich Lamy erneut die Bereitschaft der EU, den Entwicklungsländern stärker entgegenzukommen als beim gescheiterten Gipfel von Seattle vor zwei Jahren.

Lamy kritisiert Handelsbarrieren bei Agarar-Importen

"Wir wollen weder eine harte Liberalisierung, noch eine weiche Reglementierung", sagte der EU-Handelskommissar. Beim Ministertreffen in Doha müssten alle Seiten aufeinander zugehen. Sollten die Gespräche erneut scheitern, hieße dies, dass die Welthandelsorganisation (WTO) "ziemlich krank" sei. Die EU werde ihre sieben Millionen Landwirte weiterhin schützen, von denen fünf Millionen "nicht konkurrenzfähig" arbeiteten. Aber die Handelsbarrieren müssten allmählich abgebaut werden. Noch in den 90er Jahren habe die EU die Hälfte ihres Landwirtschaftsbudgets für Export-Subventionen ausgegeben, erläuterte Lamy. Dieser Anteil sei inzwischen auf zehn Prozent gesunken.(APA)

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