Zwischen Pistenspaß und Terrorangst

4. November 2001, 19:20
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Der Weltcupzirkus übersiedelt in die USA

Wien - Schon seit Samstag weilen die Slalom-Damenmannschaft, Renate Götschl und Alexandra Meissnitzer in Colorado, am Sonntag folgte der erste Herren-Tross. Fast täglich hebt ein Flieger mit österreichischen Skifahrern Richtung USA ab, wo in zwei Wochen der Alpin-Weltcup in Aspen wirklich gestartet wird. Causa prima auch bei den Skifahrern: die Sicherheit.

"Momentan ist es schon ein blödes Gefühl, dass wir da rüber müssen", meinte etwa Andreas Schifferer bei der Einkleidung in Linz. Stephan Eberharter beruhigt sich damit, dass es für Terroristen größere Ziele gibt als den Ski-Weltcup. Thomas Sykora auch: "Der Skisport ist dort so wenig populär, da gibt es sicher keinen Anschlag. Olympia ist freilich ein ganz anderes Thema."

Auch der Ski-Weltcup will in den schwierigen weltpolitischen Zeiten mit seinem Gastspiel in den USA und Kanada ein Zeichen setzen. Je fünf Damen- und Herrenrennen finden zwischen dem 22. November und dem 2. Dezember in Aspen, Lake Louise sowie Vail/Beaver Creek statt, und vorerst läuft alles nach Plan. Ob freilich die ÖSV-Abfahrerinnen rund um Gitti Obermoser und Steffi Schuster wie geplant am Mittwoch nachfliegen, soll wegen des Schneemangels in Beaver Creek erst am Montag entschieden werden.

Deutlich umständlicher geworden ist der Transport des ganzen Materials, weil aufgrund der neuen Sicherheitsvorschriften eine völlig geänderte Situation da ist. Jede ÖSV-Truppe etwa kommt mit rund zwei Tonnen Gepäck in die USA, geflogen wird meist über Kanada. "Es dauert einfach alles viel länger", erklärt Alpinchef Hans Pum, der heute abfliegt. Gemeinsam mit Klaus Leistner nimmt er noch am Begräbnis von Régine Cavagnoud in La Clusaz teil.

Letzte Chance

Verweigerer gibt es trotz Terrorangst und Milzbrandattacken in den USA keine. Sogar der Vaterfreuden entgegenblickende Rainer Salzgeber ist dabei, aber er kämpft ja auch im Riesentorlauf von Aspen um seine letzte Chance. Offiziell ist der kaderlose Vorarlberger nur zum US-Training eingeladen, als achtbester Österreicher im Riesentorlauf sollte er aber in Aspen doch starten. Der 34-jährige Lebensgefährte von Anita Wachter weiß, dass alles von diesem einen Rennen abhängt. "Ich bin gut drauf, und wenn ich die Form rüberbringe, bin ich konkurrenzfähig. Wenn nicht, ist es wohl gelaufen." (APA)

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